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Dundee – Die Geschichte von Marmelade, Brücken und Antarktisforschern

25/05/2018

Wer kennt sie nicht, diese bitter-süßlich schmeckende Köstlichkeit aus Orangen? Doch nur wenige wissen, dass die Orangenmarmelade in dem Ort Dundee erfunden wurde. Janet Keiller, eine Kaufmannsfrau, ist die Erfinderin dieser weltbekannten Marmelade! Ihre Bitterorangen wollte einfach niemand kaufen und deshalb drohte ihr, einen Großteil ihres Vermögens zu verlieren. Um die Früchte schmackhafter zu machen hatte sie die Idee, diese in Zucker einzukochen. Die daraus entstehende, etwas bitter schmeckende Marmelade füllte sie in Gläser und siehe da: sie erfand damit einen Dauerbrenner auf jedem Frühstückstisch in Großbritannien.

Die 150.000 Einwohner starke Stadt Dundee ist übrigens eine der 7 Städte Schottlands. Neben Dundee wurden Edinburgh, Glasgow, Stirling, Inverness, Perth und Aberdeen als Städte Schottlands ernannt. Der Name ‚Dundee‘ stammt ursprünglich aus dem Gälischen und bedeutet so viel wie „Feuerburg“: Dùn = Burg und Dè = Feuer. Der schottische Philosoph Hector Boece schreibt allerdings in seinem Buch „History of the Scottish People“ (1527), dass der piktische Name der Siedlung Alec-tum war, was „Hübscher Platz“ bedeutet.

Darüber hinaus kann man in Dundee die RSS Discovery besichtigen. Die RSS Discovery ist das Schiff, mit dem Robert Falcon Scott seine Entdeckungsreise in die Antarktis unternahm. Auf seiner ersten Expedition war das Schiff drei Jahre lang im Eis festgefroren, bevor man die Besatzung retten konnte. Scott unternahm später allerdings noch einen weiteren Versuch, an den Südpol zu gelangen, was sich als Wettrennen zwischen ihm und dem Norweger Amundsen herausstellte. Einen Monat nach seinem Konkurrenten kam Scott am 17. Januar 1912 am Südpol an. Dies war für ihn eine Katastrophe, denn sein größter Traum war es, als Erster die Antarktis zu erreichen. In seinem Tagebuch hielt er fest: „”The worst has happened!” – “Das Schlimmste ist eingetroffen!”

 

 

Vom Dundee Law – einem 174m hohen Vulkankegel – hat man eine tolle Aussicht über die Stadt und den Tay – Schottlands längstem Fluss. Dort ereignete sich im Jahre 1879 ein Zugunglück, bei dem 75 Menschen ihr Leben verloren. Diese Tragödie lieferte dem Deutschen Poeten Fontane die Vorlage für eines seiner Gedichte, in welches er auch die 3 Hexen aus Shakespears MacBeth mit einfliessen ließ.

Die Brücke vor dem Einsturz

Wann treffen wir drei wieder zusamm?“  „Um die siebente Stund, am Brückendamm.“
 „Am Mittelpfeiler.“  „Ich lösche die Flamm.“
 „Ich mit“ „Ich komme vom Norden her.“ „Und ich vom Süden.“ „Und ich vom Meer.“
 „Hei, das gibt einen Ringelreihn, Und die Brücke muß in den Grund hinein.“
„Und der Zug, der in die Brücke tritt Um die siebente Stund?“ „Ei, der muß mit“ „Muß mit.“ „Tand, Tand Ist das Gebilde von Menschenhand!“
Auf der Norderseite, das Brückenhaus -alle Fenster sehen nach Süden aus,
Und die Brücknersleut, ohne Rast und Ruh, und in Bangen sehen nach Süden zu,
Sehen und Warten, ob nicht ein Licht, Übers Wasser hin „Ich komme“ spricht,
„Ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug, Ich, der Edinburger Zug.“
Und der Brückner jetzt: “Ich seh einen Schein – am andern Ufer. Das muß er sein.
Nun, Mutter, weg mit dem bangen Traum, unser Johnie kommt und will seinen Baum,
und was noch am Baume von Lichtern ist, zünd alles an wie zum heiligen Christ,
der will heuer zweimal mit uns sein, – und in elf Minuten ist er herein.”
Und es war der Zug. Am Süderturm keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm,
Und Johnie spricht: „Die Brücke noch! Aber was tut es, wir zwingen es doch.
Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf, Die bleiben Sieger in solchem Kampf,
Und wie’s auch rast und ringt und rennt, Wir kriegen es unter: das Element.“
Und unser Stolz ist unsre Brück; Ich lache, denk ich an früher zurück,
An all den Jammer und all die Not , mit dem elend alten Schifferboot;
wie manche liebe Christfestnacht hab ich im Fährhaus zugebracht
und sah unsrer Fenster lichten Schein und zählte und konnte nicht drüben sein.”
Auf der Norderseite, das Brückenhaus – alle Fenster sehen nach Süden aus,
und die Brücknersleut’ ohne Rast und Ruh und in Bangen sehen nach Süden zu;
Denn wütender wurde der Winde Spiel, Und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel’,
Erglüht es in niederschießender Pracht – Überm Wasser unten… Und wieder ist Nacht.
„Wann treffen wir drei wieder zusamm?“ „Um Mitternacht, am Bergeskamm.“
„Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm.“ „Ich komme.“ Ich mit“ „Ich nenn’ euch die Zahl.“
„Und ich die Namen.“ „Und ich die Qual.“
„Hei! Wie Splitter brach das Gebälk entzwei.“ „Tand, Tand
Ist das Gebilde von Menschenhand!“

Im Zuge der Highland Fling Erlebniswoche sowie der Best of Scotland-Rundreise haben unsere Gäste die Gelegenheit unter anderem auch Dundee hautnah zu erleben und sich eventuell ein Gläschen der originalen Orangen-Marmelade als Souvenier mit nach Hause zu nehmen.

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