Home » Allgemein » Glencoe – das Tal der Tränen
Glencoe – das Tal der Tränen

In den West Highlands Schottlands liegt Glencoe – eine der atemberaubensten und zugleich bekanntesten Landschaften Schottlands! Dies nicht zu allerletzt, da diese Landschaft bereits viele Male als Film- und Werbekulisse diente, wie z.B. für die ersten Szenen der beliebten Serie Outlander sowie für die 80er&90er Filme Rob Roy, Braveheart und Highlander. Darüber hinaus wurden in Glencoe 2003 einige Außenszenen von Harry Potter und der Gefangene von Azkaban und 2012 Skyfall (James Bond 007)  gedreht. Es ist nicht nur die unberührte Natur, die Filmemacher immer wieder in diese wunderschöne Gegend lockt: Das einzigartige Licht, besonders am frühen Morgen und vor Dämmerung, sowie die unverschmutzte Luft der Highlands sind ein zusätzlicher Anreiz. Einmalige Aufnahmen, die in keinem Filmstudio so rekonstruiert werden könnten! Nicht nur für Filmemacher ist Glencoe ein großer Anreiz. Jedes Jahr zieht es unzählige Touristen und Fotografen in das ‘Tal der Tränen’ – aber wie kam so ein faszinierendes Tal zu so einem traurigen Namen?

Hier ist die Geschichte vom Massaker von Glencoe:

König William III wollte nach den ersten Jakobiten Aufständen Treue von seinen Untertanen. Welcher König, möchte das nicht? Er wusste, dass viele der Clans bei den ersten Aufständen involviert gewesen waren und dem Stuart König nachtrauerten. Er sah seine Chance, indem er verkündete, er würde jedem vergeben, der ihm einen Treueeid schwörte. Er setzte eine Frist und wer bis zu dem genannten Datum nicht den Eid abgelegt hatte, sollte bitter bestraft werden.

Nun warteten einige Clans jedoch ab, ob König James – Ihr wahrer König – doch noch aus dem Exil zurückkehren würde. So auch der Clan der MacDonalds von Glencoe. Doch schließlich sah der Clanchief ein, dass er den Schwur leisten musste, um seinen Clan zu schützen. Daher machte er sich auf den Weg, um den Eid zu leisten. Er traf also kurz vor Fristende (1. Januar 1692) in Inverlochy Castle, im heutigen Fort William, ein. Dort erklärte man ihm allerdings , dass er sich wohl geirrt hatte, denn der Eid müsse auf Inverary Castle, im Süden der West Highlands, geleistet werden. Da es damals noch keine guten Straßen, geschweige denn Bus, Taxi oder dergleichen gab, war diese Strecke kaum bis zum 31. Dezember zu schaffen. Zudem herrschte ein bitter kalter Winter, welcher die Reise weiter verzögerte. Aufgrund dessen kam der Clanchief der MacDonalds also viel zu spät an, um den Eid zu leisten. Als er den Irrtum erkärte, wie es zu seiner Verspätung gekommen war, wurde ihm aber gnädig versichert, dass der Clan der MacDonalds von Glencoe trotzdem sicher sei und sein Treueschwur angenommen würde. Clan Chief Maclain von Glencoe konnte also getrost nach Hause gehen.

Jedoch gab es den Stattssekretär Sir John Dalrymple, der ein Exampel statuieren wollte und seine dunklen Überredungskünste nutzte, um König William davon zu überzeugen, dass er an den MacDonalds eine Strafaktion durchführen müsse, damit ihn seine Untertanen fürchteten und zugleich respektierten.
William III, dem diese Idee außerordendlich gut gefiel, sich aber die königlichen Hände nicht selber beschmutzen wollte, beauftragte den Clanchief der Campbells mit dieser Aufgabe. Clan] Campbell und Clan MacDonald waren sich nicht sonderlich zugetan, da ihre Clangebiete genau beiander lagen. Deshalb stahlen sie einander immer wieder Vieh sowie auch Frauen.

So kam es also dazu, dass im Februar 1692, als es draußen stürmte und schneite, 120 Clanmitglieder der Campbells sowie weitere Bedienstete der Krone bei den MacDonalds klopften und um Zuflucht baten. Natürlich waren die MacDonalds nicht sonderlich erfreut ihre verfeindeten Nachbarn auf ihrer Schwelle zu sehen, doch in diesem Wetter ließ man weder Vieh noch Feind vor verschlossenen Türen, also wurde den Campbells Obdach gewärt. Zwölf Tage lang gaukelten die Campbells und ihre Gefährten ihren Gastgebern Freundschaft vor.  Zwölf Tage lang aßen und tranken sie am Tisch der MacDonalds und wärmten sich an ihren Feuern. Zwölf Nächte lang schliefen sie auf bequemen Lagern. Doch am frühen Morgen des 13. Februar 1692 griffen die Campbells die MacDonalds im Schlaf an und töteten jedes Clanmitglied unter 70 Jahren – egal, ob Mann, Frau oder Kind. Denn so lautete der Auftrag des Königs.
Die wenigen Clanmitglieder der MacDonalds die entkamen, hochgeschreckt von den Schreien in der Nacht, mit nichts am Leibe, als ein dünnes Unterkleid, erfroren großteils auf der Flucht. Nur eine handvoll von ihnen überlebten dieses Massaker und konnten tatsächlich fliehen – die meisten nach Amerika.

Einer Legende nach weinte das ganze Tal, als es sah, welch schreckliches Massaker sich am 13. Februar 1692 zutrug. Und daher wird es seither das Tal der Tränen genannt.

Copyright © 2018 Rob Roy Tours – Reiseveranstalter für Busrundreisen, Bahnreisen, Whiskyreisen, Autorundreisen und individuelle Reisen in Schottland