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Mohawk Dorf in Outlander: Recherche- & Dreharbeiten

Das Outlander Mohawk Dorf

Wir befinden uns im Fascally Wald, bekannt unter dem Namen Fascally Woods. Dieser Wald liegt in der Nähe des viktorianischen Dörfchen Pitlochry in Perthshire, südlich von Schottlands größtem Nationalpark, dem Cairngorms Nationalpark.
Perthshire ist die bewaldetste Gegend in ganz Schottland, worauf auch schon der Name an sich hindeutet, denn “Perth” stammt aus dem alt-piktischen und bedeutet “Wald”.

Der Faskally Forest erstreckt sich über 10 Hektar und besteht aus Mischwäldern. Am häufigsten sieht man hier Fichten, Buchen, Lärchen sowie die einheimische Schottische Waldkiefer und vielerzahl Silberbuchen. Während Loch Fascally nördlich an den Forest angrenzt, umzäunt der Wald selber einen etwas kleineren See mit Namen Loch Dunmore. Diese Stelle ist besonders beliebt zum Spazierengehen. Bekannt ist dieser Wald zudem für das Sound und Lichter Festival, welches im Sommer hier stattfindet und sich “Enchanted Forest” nennt.

 

 

Im Juni 2018 bekamen einige Hundebesitzer jedoch einen kleinen Schrecken, als sie sich nichtsahnend mit ihren Vierbeinern auf den Weg machten. Sie fanden sich in einem Mohawk Dorf wieder, heimgesucht von First Nation People mit Federschmuck und Kriegsbemahlungen. Wahrscheinlich dachten sich die armen Menschen, sie hätten irrtümlich einen Stein berührt und wären durch die Zeit gereist! So ganz falsch lagen sie damit jedoch nicht, denn der Grund für das plötzliche Auftauchen des Dorfes war die beliebte Zeitreiseserie Outlander, die großteils in Schottland gefilmt wird und auf der Buchreihe ‚Highland-Saga‘ von Diana Gabaldon basiert. Obwohl in den Büchern dieser Teil der Geschichte in North Carolina spielt, bot sich die Landschaft um Perthshire hierfür bestens an.

Wie auch für die restliche Outlander-Serie wollten die Produzenten der Show das Mohawkdorf so authentisch wie möglich an die Zuschauer weitergeben.  Eines war also von vornherein klar: Weder die Mohawk noch die Cherokee würden von weißen Schauspielern gespielt werden. Am liebsten wollten sie tatsächliche Nachfahren dieser Stämme casten, doch leider waren ihnen hierfür die Hände gebunden. Der Grund dafür war, dass sie kein Mitglied der Screen Actors Guild (SAG) waren. Die Regeln der Gilde sind klar: Kein Mitglied soll für einen Produzenten arbeiten oder einen Vertrag mit diesem eingehen, wenn dieser nicht der Screen Actors Gilde angehört. Doch diese kleine Hürde umgingen die Produzenten, indem sie stattdessen First Nation People aus Kanada engagierten, denn in Kanada galt dieses Gesetz nicht. Über 100 Native Kanadier wurden also nach Schottland eingeflogen, um das Dorf der Mohawk und Cherokee zu bevölkern. Doch es reichte nicht, bloß First Nation People zu casten, natürlich musste auch alles andere stimmig sein. Monatelang wurde also recherchiert. Jedes einzelne Department hat seinen Teil dazu beigetragen, dass die Maske, die Kostüme und das Set so nah wie möglich an die Wirklichkeit herankamen. Matthew B. Roberts hat sich sogar extra mit einem echten Leader der Cherokee getroffen und vieles über die Bräuche des Stammes erfahren.

Natürlich wollte das Outlander-Film-Team auch den Büchern von Diana Gabaldon treu bleiben und sich so nah wie möglich an das geschriebene Wort halten, doch schlussendlich wurde beschlossen, dass man hier und da etwas abweichen sollte, denn Vieles stellte die First Nation People in wenig gutes Licht. Außerdem wurde fast nur die Sicht des “weißen Mannes” in der Highland-Saga beschrieben und man wollte ebenso die Sicht der Ureinwohner vertreten.

Ein weiteres Gesetzt stellte eine kleine Hürde beim Dreh dar: Das Jedermannsrecht in Schottland, welches besagt, dass Jedermann das Recht hat, querfeldein zu gehen und Wälder, Straßen usw. zu nutzen. Man durfte den öffentlichen Faskally Woods also nicht absperren. Wenn sich also ein verwunderter Hundebesitzer oder Wanderer ins Dorf verirrte, konnten sie denjenigen nur bitten den Bereich zu meiden und nicht unerwartet in der Szene aufzutauchen. Wahrscheinlich hat auch das grimmige, respekteinflößende Aussehen der First Nation People in ihren authentischen Kostümen dazu beigetragen, dass sie dieser Bitte nachkamen.

Man möchte es nicht glauben, aber in der Umsetzung dieses Dorfes steckten mehr als ein Jahr Planung und Recherche. Die Cast und Crewmitglieder haben sich hierbei sogar selber in die Szene hinein versetzt, indem sie traditionelles Handwerk wie Flechten, Weben oder den Kanubau ausprobierten. Für die Kanus, die in der Show genutzt wurden, wurde eigens ein Kanubauer aus Kanada beauftragt. Das Gefängnis, welches eine große Rolle in der Serie spielt und welches wir in vielen der Szenen sehen, wurde mit Blättern bedeckt. In einigen der Szenen wurden Blätter entfernt oder weitere hinzugefügt, um das Licht im Inneren zu dimmen oder es heller zu machen. Besonders in der Szene mit Roger und dem französischen Priester war es wichtig, dass der Lichteinfall reduziert wurde.

Um die Hütten und Wigwams etwas von einander zu unterscheiden, wurden sie mit Rinde von verschiedenen Bäumen bedeckt. Das Council House stellt das Herzstück des Dorfes dar. Es hat wochenlang gedauert, dieses zu bauen und Monate, um genau zu recherchieren, wie die Hütten und Häuser damals gebaut wurden. Doch all der Aufwand hat sich gelohnt! Denn für eine kurze Weile fühlte man sich am Ufer des Flusses ‚Tummel‘ in Perthshire tatsächlich mehrere Jahrhunderte in der Zeit versetzt. Die Früchte dieser Arbeit kann man nun in der 4. Staffel der Serie Outlander begutachten.

Unsere Reisen und das Mohawk Dorf im Faskally Wald, Perthshire

Auf unserer Outlander-inspirierten Rundreise durch Schottland besuchen wir die schönsten Drehorte der Outlander Staffeln 1-4. Bei allen Outlander-Drehorten erkennt man noch sehr gut, welche Szenen sich in der Outlander Serie dort abgespielt haben, wie z.B. am Castle Leoch, Lallybroch, Helwater, Ellesmere und Jamies Druckerei in Edinburgh. Vom Mohawk Dorf ist mittlerweile leider so gut wie nichts mehr zu sehen. Das Dorf wurde nach Abschluss des Drehs abgebaut und es verbleibt lediglich die Feuerstelle, an der Roger saß. Mit viel Fantasie kann man sich natürlich noch vorstellen, wo die einzelnen Hütten des Dorfs und das Gefängnis standen. Ein wunderschöner Ort ist es allemal! Deshalb wandern wir auf unserer Wanderreise im Herzen Schottlands durch den Faskally Wald und kommen an genau der Stelle vorbei, wo das Mohawk Dorf für Outlander gefilmt wurde!

 

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