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Review zur 4. Staffel Outlander / Folge 1

Lisa, Outlander-Tour Reiseleiterin

Viel wurde im Vorfeld spekuliert und mit Ungeduld sehnlichst der Beginn der 4. Staffel Outlander herbeigesehnt.
Nach monatelangem Warten ist “Droughtlander” endlich vorüber und wir können nun wieder Woche für Woche einer neuen Folge Outlander entgegenfiebern.

Jeder wird eine eigene Meinung zu den einzelnen Folgen haben, andere Lieblingsszenen, die einen werden so manche Träne vergießen, die anderen werden lachen. Dieser Bericht vertritt nur meine eigene Meinung.

Wer nicht gespoilert werden möchte, der sollte jetzt unbedingt schleunigst zu lesen aufhören, denn hier kommt nun meine Zusammenfassung zum Auftakt der 4. Staffel:

America the Beautiful

– dies ist der offizielle Name der 1. Folge der 4. Staffel Outlander. Höhlenmenschen, Feuer und Steinkreise – so beginnt diese Episode, so begann schon der Lauf der Zeit. Ringe und Kreise haben die Menschheit von jeher schon in ihren Bann gezogen, so ist es auch heute noch.

In der zweiten Szene erkenne ich einige meiner Freunde und Bekannten wieder, die als Extras bei der Serie mitgespielt haben. Außerdem sehen wir ein neues Gesicht, dass uns im Laufe der Staffel noch des Öfteren unterkommen wird: Stephen Bonnet – gespielt von Ed Speleers.
Jamie Frasers Kumpel Hayes hat sich eines Verbrechens schuldig gemacht und soll dafür nun am Galgen enden. Zwar hat Jamie angeboten, zu versuchen, ihn zu befreien, doch Hayes lehnt ab. Alles, was er sich von Jamie erbittet, ist: Whisky und, dass er in das Gesicht seines Freunds blicken darf, wenn er sterben muss. Schweren Herzens erfüllt ihm Jamie diesen Wunsch. Lesley, der enge Freund von Hayes, kann den Anblick des am Galgen baumelndes Körpers nicht ertragen und rennt schreiend zu ihm. Dies löst einen Tumult aus –  Bonnet, der ebenfalls am Galgen aufgeknöpft hätte werden sollen, nutzt diese Chance, um zu entkommen.

Um sich vom ersten Schrecken zu erholen, kommt nun das Intro. Diesmal, passend zum Thema Kolonien, wird der Titelsong mit Banjos und Chorälen untermauert. Die ersten paar Male fand ich diese Version etwas gewöhnungsbedürftig, um ehrlich zu sein, doch nun finde ich sie äußerst passend.

In der nächsten Szene sehen wir Jamie, Claire, Fergus, Marsali, Young Ian, Lesley und andere schottische Auswanderer in einer Kneipe. Sie beratschlagen sich, wie und wo sie Hayes zur ewigen Ruhe betten könnten, was in einer Gesangseinlage endet. Das gälische Lied fand ich persönlich hierbei wenig ansprechend, aber die Tatsache, dass alle in den Gesang mit einstimmten und eine Einheit herrschte, wie ein kleines Schottland in der Fremde, war doch sehr berührend und bescherte Gänsehaut.

Hayes Körper wird mitten in der Nacht zu einer kleinen Kirche gebracht, wo Jamie und Young Ian ein Grab schaufeln. Jedoch wird Ian von dem Geist der Vergangenheit heimgesucht. Unter Tränen gesteht er seinem Onkel, was Geilis ihm angetan hat. Diese Szene war sehr glaubhaft und emotional gespielt, so dass mir wirklich fast die Tränen kamen. Als sie den Toten dann zur ewigen Ruhe betten wollen, finden sie Bonnet, der sich im Wagen versteckt hat. Er gibt sich sehr freundlich und bietet dann sogar an, bei der Bestattung zu helfen. Erst aber bittet er Jamie, ihm bei der Flucht behilflich zu sein. Stephen Bonnet kommt in dieser Szene eigentlich ganz nett rüber und ich muss gestehen, ich wäre auch auf ihn hereingefallen und hätte ihm geholfen.

Im Mondschein fahren Claire und Jamie danach durch den Wald, um Bonnet in Sicherheit zu bringen. Sie werden von Soldaten angehalten und geben wahrheitsgemäß an, dass sie außer Vorräten, noch einen Körper eines gehängten Freundes im Wagen haben, um ihn für seine Beerdigung nach Hause zu bringen. Um auf Nummer sicher zu gehen, stößt einer der Soldaten sein Bajonet in das Bein des Toten. Bonnet, der sich im Leichentuch eingewickelt versteckt hält, hat großes Glück, dass das Bajonett sein Bein nur streift, da es in ein Stück Fleisch eindringt, welches bei den Vorräten neben ihm liegt. Während er von Claire verarztet wird, verrät er ihr seine Ängste und bewundert ihre beiden Ringe – denn von Ringen ist der Pirat fasziniert. Bevor er sich in die Freiheit davon macht, warnt Stephen Bonnet Jamie noch, sich vor Dieben und Schurken in Acht zu nehmen.

Jamie und Claire übernachten unter freiem Himmel. Eine Szene, die sehr emotional ist. Was darin geschieht, kann ich aus Gründen des Anstandes hier nicht wiedergeben. Aber ihr könnt euch sicher denken, was außer Liebesbekundungen und tiefer gehenden Gesprächen noch so passiert…

Mit tollen Landschaftsaufnahmen und Gesprächen über die Besiedelung Amerikas geht es weiter und Jamie sagt einen Satz, der mir sehr unter die Haut ging:

Gustave Doré – Landscape of Scotland

Wie auch schon in Frankreich, versuchen Jamie und Claire sich in besseren Kreisen zu bewegen. Sie wollen Verbindungen knüpfen und einen Käufer für den Rubin finden, den sie besitzen, um damit ihre Zukunft zu sichern. Jamie wird bei dieser Gelegenheit ein Angebot unterbreitet, was ihm Land einbringen würde. Jamie muss sich allerdings loyal auf die Seite der englischen Krone stellen. Gespräche zwischen Jamie und Claire folgen, wobei Claire ihn warnt, sich nicht noch einmal auf die falsche Seite der Geschichte zu stellen. Jamie will es jedoch wagen – um Briannas Willen, die später einmal in Amerika leben würde.

Nun endlich sehen wir ein neues Outlander-Castmitglied, auf welches wir schon alle lange gewartet haben. Rollo, den neuen 4-beinigen Freund von Young Ian. Bei einem gemeinsamen Essen und Trank eröffnen Jamie und Claire den Anderen, dass sie planen in Amerika zu bleiben und nicht nach Schottland zurückzukehren. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir noch eine große Neuigkeit von Fergus und Marsali – Marsali erwartet ihr erstes Kind. Diese Botschaft wird mit strahlenden Gesichtern und Glückwünschen aufgenommen.

Friedlich beginnt die nächste Szene. Sie befinden sich auf einem Boot, am Fluss Richtung River Run, dem Anwesen von Jamies Tante Jocasta. Claire setzt sich für das Recht eines Sklaven am Boot ein, findet aber heraus, dass der Mann bereits frei ist. Jamie schenkt ihr eine Holztruhe, gefüllt mit medizinischem Equipment, samt Mikroskop! Dies rührt Claire zu Tränen. In einem darauffolgenden Gespräch klagt Jamie, dass er ihr nicht viel bieten kann. Claire meint jedoch, dass der Ring an ihrem Finger alles ist, was sie je brauchen wird. Die gesamte Szene hat etwas sehr friedliches, beruhigendes an sich, was den Übergang zur letzten Szene um so drastischer erscheinen lässt.

In der letzten Szene wird diese Stille und Zufriedenheit je unterbrochen. Untermauert vom Lied “America the Beautiful” sieht man Stephen Bonnet, der sie überfällt, dabei Lesley tötet, Jamie niederschlagen lässt und Claire bedroht und ausraubt. Er zwingt sie, ihm beide Ringe zu überlassen. Voller Verzweiflung, die Dinge zu verlieren, die sie an die beiden Männer in ihrem Leben erinnern, versucht Claire ihre Schätze hinunterzuschlucken, doch mit einem groben Finger holt Bonnet sich zumindest einen der Ringe aus ihrem Mund – Jamies Ring. In totaler Verzweiflung und Schock bricht Claire zusammen und liefert einen haarsträubenden Abschluß für die erste Folge der 4. Staffel Outlander, wo Stephen Bonnet seine wahre Natur zeigt. Diese Schlussszene fand ich absolut genial umgesetzt, und der Text des Liedes im Hintergrund war ironisch und passend zugleich.

Ed Speleers ist seit 13 Jahren einer meiner Lieblingsschauspieler und ich hatte keinerlei Zweifel, dass er der Rolle des schmierigen Piraten Stephen Bonnet gewachsen ist. Er hat jedoch selbst meine Vorstellungen noch bei Weitem übertroffen. Es zeugt schon von enormem Talent, es zu schaffen, dass ich Ed, in welcher Rolle auch immer, von ganzem Herzen abscheulich und abstoßend finde.

Die erste Outlander Episode der 4. Staffel, welche mit Höhlenmenschen begann, mit einer Hängung und Flucht weiter ging und sich mit Emotionen und Glück steigerte, um in einem Albtraum zu enden, fand ich doch sehr gelungen.

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