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Review zur 4. Staffel Outlander/ Folge 10

Von unserer Outlander Spezialistin:
Wie immer spiegelt dieser Bericht eine Zusammenfassung der laufenden Folge und meine eigene Meinung wider, und nicht die Meinungen von anderen Personen involviert mit unserem Reiseunternehmen “Rob Roy Tours”.

The Deep Heart’s Core

Die Einleitungsszene ist diesmal Jamies Whiskybrennerei. Wer schon einmal in einer echten Whiskybrennerei war, der weiß, welch Aufwand das Brennen von Whisky ist – selbst, wenn man moderne Apparaturen dafür zur Verfügung hat! Aber Jamie bediente alles noch mit Hand auf die ursprüngliche Art und Weise. Wer sich nun denkt „Whisky trinke ich sehr gerne, aber wie er gemacht wird, das würde mich ja nun auch wirklich einmal interessieren“, den könnte unsere eigens dafür zusammengestellte Tour “Schottland exklusiv – Nicht nur der Whisky wegen” interessieren. Auf dieser Tour bekommen Sie Antworten rund um den schottischen Whisky und können sich bei etlichen Besuchen in Whisky-Brennereien und bei Whiskyverkostungen selbst davon ein Bild machen.

 

Nun aber weg vom Whisky und zurück zu Bree und Jamie, mit denen diese Folge beginnt. Brianna bemerkt, dass ihr Vater an der Hand verletzt ist. Zu seinem großen Glück weiß sie nicht, dass er sich die Hand an Rogers Gesicht verletzt hat, als er ihn zu einem blutigen Häufchen zusammengeschlagen hat. Doch wir wissen es noch aus der letzten Folge. Jamie gibt vor Bree zu, dass er Bescheid wisse, was ihr widerfahren ist. Er verspricht ihr, ihr einen Ehemann zu finden, woraufhin ihm Brianna mitteilt, dass sie schon einem versprochen sei, doch der wird sie nun wahrscheinlich nicht mehr wollen, nun, da sie ungewollt schwanger wurde. Jamie versichert seiner Tochter, dass wenn dieser Mann der Richtige sei, dass er sie auch jetzt noch wolle. Brianna ist sichtlich verzweifelt und macht sich große Vorwürfe, dass sie ihren Angreifer nicht mit aller Kraft versucht hat, davon abzuhalten sie zu schänden. Sie gibt sich die Schuld, weil sie so dumm und gutgläubig gewesen war ihm in ein Zimmer zu folgen. Daraufhin wirft ihr Jamie vor, dass es ihr ja vielleicht sowieso gefallen und sie sich deshalb nicht sonderlich gewehrt habe. Brianna ist darüber natürlich entrüstet. Jamie aber packt sie und zeigt ihr somit, dass sie sich nicht hätte wehren können, egal wie hart sie es versucht hätte. Eine etwas eigenwillige “Erziehungsmethode”, aber Brianna scheint die Botschaft dahinter zu verstehen. Sie will nun aber ihrerseits von ihm wissen, ob er sich denn gegen Black Jack gewehrt und ob er seinen Peiniger denn getötet habe. Sie gibt zu, dass Claire ihr davon erzählt hatte, was Jamie vor langer Zeit widerfahren ist. Jamie will ihr ausreden, dass Töten ihren Seelenfrieden wider herstellen kann.
Jamie erzählt Bree außerdem von Culloden und wie schrecklich es dort auf dem Schlachtfeld war. Den Schrecken der Schlacht bei Culloden am 16. April 1746 kann man auch heute noch spüren. Jedesmal, wenn wir mit unseren Outlander-Touren zum Culloden Schlachtfeld kommen, wird die ganze Gruppe ruhiger, denn man spürt diesen geschichtsträchtigen Ort des Grauens immer noch, und weiß, dass er unseren Respekt verdient.

 

In der zweiten Szene sieht man einen Stamm von Ureinwohnern. Diese haben Gefangene, gefesselt mit Seilen, an ihre Pferde gebunden und sie lassen die Gefangenen hinter sich her laufen. Einer dieser unglückseligen Gefangenen ist Roger. Als der Stamm Rast macht sitzen Roger und sein Mitgefangener an einen Baum gefesselt. Roger flechtet eine Art Armband, in welches er einen Knoten macht. Er erklärt, dass er somit wisse, wie viele Tage sie unterwegs waren. Er gibt außerdem zu, sich die Gegend einzuprägen, um seinen Weg zurück zu finden. Er wird und muss überleben, um zu entkommen. Denn er muss zu seiner Frau zurückkehren, koste es, was es wolle.

In der nächsten Szene, die sicher einige kontroverse Diskusionen bei den Zusehern hervorrufen wird, bietet Claire ihrer Tochter an, das Baby “zu entfernen”, wenn Brianna denke, dass es besser für sie wäre. Sie weißt sie jedoch darauf hin, dass es sehr schmerzhaft und sehr gefährlich wäre und sehr bald geschehen müsste. Claire scheint es als ihre Pflicht zu sehen, ihrer Tochter diesen  Ausweg aus der von ihr ungewollten und traumatischen Situation anzubieten. Brianna ist sich jedoch unsicher, denn es besteht schließlich eine Chance, wenn auch eine sehr geringe, dass das Kind von Roger ist.

In der darrauffolgenden Szene sieht man Brianna Wassereimer schleppen – und ich schimpfe in den Bildschirm hinein, dass man doch eine Schwangere nicht so schwer schleppen lässt! Aber schon eilt Young Ian zur Hilfe. Jamie klärt Brianna auf, dass Young Ian sie echt toll zu finden scheine, was Bree verwirrt, denn in ihrer Zeit sei es nicht sonderlich normal, wenn Cousins einander derart zugetan sind. Beide beobachten Claire bei der Gartenarbeit und Bree stellt fest, wie glücklich und zufrieden ihre Mutter hier zu sein scheint. Jamie entschuldigt sich nun bei seiner Tochter, denn es war ja seine Schuld gewesen, dass ihre Mutter sie in ihrer Zeit zurückgelassen hatte. Bree ist ihm deswegen aber nicht böse und gibt zu bedenken, dass ja auch sie gekommen ist, um ihn zu finden.

Die nächsten Szenen sind kleine Einblendungen, in denen wir sehen, wie das Leben auf Frasers Ridge verläuft. Man sieht Ian, Lizzy und Brianna mit den Stämmen der Ureinwohner Tauschhandel treiben und wie die gesamte Familie friedlich und in vollkommener Idylle gemeinsam beim Essen sitzt. Brianna und Claire tauschen sich darüber aus, was sie aus der Zukunft vermissen. Ich muss gestehen, ich möchte nicht unbedingt im 18. Jahrhundert leben, selbst dann nicht, wenn es dort einen Jamie Fraser gäbe.

In der folgenden Szene sehen wir, wie Brianna mitten in der Nacht aufwacht und Roger neben sich am Bett stehen sieht. Sie fällt ihm überglücklich in die Arme, froh, dass er zu ihr zurückgekehrt ist. Sie gesteht ihm nun, dass sie ein Kind erwartet. Roger wird jetzt allerdings zu Stephen Bonnet, der ihr mitteilt, dass er immer schon Vater werden wollte. Schreiend erwacht Brianna nun aus ihrem Albtraum und Lizzy versucht sie zu trösten. Dabei verrät sie irrtümlich, was Roger geschehen ist. Somit kommt nun das Missverständnis zu Tage, das dazu geführt hat, dass der falsche Mann für die Sünden des anderen schwer bezahlen musste.

Die übrige Familie sitzt beim Frühstück, als eine aufgebrachte Brianna ins Zimmer stürmt, geflogt von einer sehr schuldig aussehenden Lizzy. Brianna will nun wissen, wo zum Teufel Roger sei und was Jamie ihm angetan habe. Claire ist entrüstet, als sie hört, was vorgefallen ist. Jamie bekennt nun Farbe und gibt zu verstehen, dass es eine Verwechslung war, jedoch regt er sich auf, zu erfahren, dass seine Tochter mit diesem Mann aus Lust heraus geschlafen hat und nun laut Vergewaltigung schreit. Diese Aussage bringt ihm eine Ohrfeige von seiner Tochter ein, die ihm nun erklärt, dass es sich um zwei verschiedene Männer handle und Jamie den falschen halb tot geprügelt habe. Jamie entschuldigt sich dafür, aber Brianna ist so aufgewühlt – wahrscheinlich sogar mehr wegen der unfairen Aussage – dass sie nur mit einem “Fahr zur Hölle” antwortet. Claire ist es, die Jamie nun davon in Kenntnis setzt, wer das Verbrechen tatsächlich begangen hat. Kleinlaut gibt Ian nun zu, dass er Roger an die Mohawk verkauft hat, was nun auch ihm eine schallende Ohrfeige einbringt. Lizzy entschuldigt sich ebenfalls bei Brianna – wahrscheinlich wäre ihr eine Ohrfeige ganz recht gewesen, für ihre dumme unbedachte Tat – doch Brianna hat noch nicht einmal die Gelegenheit dazu, da ihr Vater voller Zorn beginnt Möbelstücke durchs Zimmer zu schleudern. Daraufhin schreit ihn Bree an, dass er nicht das Recht habe, wütender zu sein als sie. Claire erklärt Brianna, dass es nicht so einfach sei, Roger von den Mohawk zurückzu holen, wie sie sich das vielleicht vorstellt, denn der Stamm lebe etwa 700 Meilen weit entfernt. Schon mit einem Auto wäre diese Strecke eine Tortur, doch zu Fuß scheint es wie eine Weltreise.

Die Strapazen dieses Fußmarsches werden nun auch Rogers Mitgefangenem zum Verhängnis, der vor Schwäche verstirbt. Nun ist Roger ganz alleine und auch er ist am Ende seiner Kräfte. Er gibt einen absolut bemitleidenswerten Anblick ab und kaut betreten und traurig auf der Unterlippe herum, um die Tränen zurückzudrängen, die sich unwillkürlich in ihm aufstauen.

Ian versichert Brianna, dass die Mohawk Roger nicht töten werden. Er klärt seine Cousine auf, dass der Stamm eine Tradition hat, Personen von anderen Stämmen zu “adoptieren”, um für Ausgleich für den Verlust aus den eigenen Reihen zu sorgen. Solange ihnen Roger von Nutzen ist, wird sein Leben verschont werden. Jamie und Ian versprechen, Roger zurückzuholen und Bree will am liebsten sofort aufbrechen, doch sie wird daran erinnert, dass sie nicht auf eine Reise mitgehen kann, die Monate dauern wird. Da sich Bree dazu entschieden hat, das Kind zu behalten, willigt sie ein, zurückzubleiben, doch nur, wenn Claire mit Jamie und Ian mitreitet, denn nur ihr wird Roger vertrauen. Claire will Bree nicht in ihrem Zustand alleine zurück lassen, doch Jamie hat eine Idee. Murtagh soll Lizzy und Brianna zu Tante Jocasta nach River Run bringen, dort würden sie in Sicherheit sein. Er gibt Murtagh einen Brief für Jocasta mit, um ihr die Sachlage zu erklären. Im Vertrauen bittet er seinen Patenonkel jedoch um noch einen Gefallen – ihm Stephen Bonnet zu bringen, damit er ihn töten könne.

Roger weiß von der geplanten Rettungsaktion natürlich nichts. Er sitzt einsam und verlassen an einen Baum gefesselt im Camp der Mohawk, die nicht sonderlich nett zu ihm sind. Die Mohawk behandeln ihn nicht wie ein menschliches Wesen, sondern wie ein Ding ohne Seele. Wir sehen Rogers verletzte Seele deutlich in seinen traurigen, verzweifelten Augen.

Ein Abschied für mehrere Monate folgt. Brianna gibt Claire eine Zeichnung von Roger und Claire versichert ihrer Tochter, dass sie in River Run sicher aufgehoben sei und dass es dort auch gut ausgebildetet Hebammen gäbe. Brianna bittet ihre Mutter Roger alles zu erzählen, denn er hätte das Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Young Ian nähert sich ihnen nun und entschuldigt sich nocheinmal für sein Mitwirken in der Angelegenheit. Dann kniet er sich vor seine Cousine und bietet ihr an, sie zu heiraten. Er wird forsch von Jamie unterbrochen, der ihn einen Idioten nennt und seiner Tochter verspricht, ihr Roger zurückzubringen.
Der Wagen mit Murtagh, Lizzy und Brianna verlässt Frasers Ridge in die eine Richtung, während Jamie, Claire und Young Ian auf Pferderücken in die andere reiten.

Dass die geplante Rettungsaktion besser früher als später geschehen sollte, sieht man deutlich in der folgenden Szene. Roger kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Er ist vollkommen am Ende. Einer der Ureinwohner zeigt nun sogar Mitleid und gibt ihm etwas Wasser, doch diese Einsicht kommt zu spät. Roger kann nicht mehr und stürzt benommen den Hang hinunter. Bei diesem Unfall trennt ihm das einschneidende Seil beinahe die Hand vom Handgelenk, doch schlussendlich kann er entkommen. Mit den Mohawk hart auf seinen Fersen gibt er alles, was noch in ihm ist und prescht durch den Wald davon. Wenn sie ihn nun erwischen, bedeutet das seinen sicheren Tod, denn einem Fluchtversuch stehen diese Ureinwohner sicherlich nicht sonderlich gnädig gegenüber. Roger gelingt es, sich in Büschen und Gräben zu verstecken, wodurch er seine Verfolger zumindest im Moment abschütteln kann.

Das Pferdegespann mit Murtagh, Brianna und Lizzy erreicht River Run. Sie werden von Ulysses empfangen, der natürlich keinen der drei kennt und nicht um die Verwantschaftsverhältnisse zu seiner Herrin weiß. Doch Murtagh übergibt ihm den Brief, womit ausgeräumt wird, dass sie Böses im Schilde führen. Jocasta, die Murtagh noch von früher kennt, ist hocherfreut ihn “zu sehen”. Dann hört sie, dass sich noch eine Person im Raum befinden muss und erfährt so, dass Jamie und Claire eine Tochter haben. Um diese Tochter soll sie sich nun kümmern, da Brianna ungewollt schwanger geworden war, nicht verheiratet ist und ihre Eltern momentan damit beschäftigt sind, den Mann, dem sie versprochen ist, zurückzuholen. Obwohl ihr eigener Ruf auf dem Spiel steht, nimmt Jocasta Bree auf‘s Herzlichste und ohne Umschweife auf.

Roger irrt im Wald umher. Plötzlich hört er Summen und findet einen Steinkreis. Seine Rettung! Er holt die Edelsteine aus seiner Kleidung hervor, die er sich im Dienst von Bonnet erarbeitet hat. Seine Fahrkarte durch die Steine, weg von dieser Zeit, in der er Grauenvolles erlebt und fast gestorben wäre, zurück zu seiner gewohnten Zeit. Die Entscheidung sollte leicht sein, doch er stutzt. Er betrachtet die Steine in seiner Hand. Ein Stein für ihn und einer für Brianna. Was soll er nun tun? Wenn er jetzt geht, zurück durch die Steine, dann wird er leben, heilen, erfolgreich seinen Beruf ausüben können, doch Brianna wird er wahrscheinlich nie wieder sehen. Wofür soll er sich entscheiden? Für die Liebe oder sein Leben? Immer lauter wird das Summen des Steines, der Rogers Namen zu rufen scheint und unsichtbare Arme ihm entgegenstreckt, ihn in eine zeitlose, liebkostende Umarmung lockt. Und langsam streckt Roger seine Hand aus, dem Stein entgegen…

Hiermit endet diese faszinierende Folge. Viele Fragen gehen einem durch den Kopf. Fragen wie, “Würde ich das überleben, wenn es mir geschehen würde?”, “Welche Dinge aus der Zukunft würde ich am meisten vermissen?”, “Wie würde ich reagieren, in dieser oder jener Situation?” und vor allem “Würde ich durch die Steine gehen? Oder würde ich bleiben, der Liebe willen, aller Gefahren zum Trotz?” Selten lässte einen eine Episode so aufgewühlt und doch so voller Ruhe zurück.

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