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Review zur 4. Staffel Outlander/ Folge 4

Lisa, Outlander-Tour Reiseleiterin

“Common Ground”

Liebhaber der Outlander-Bücher werden in der 4. Folge der 4. Staffel Outlander ein paar Veränderungen feststellen, doch es war nötig für die On-Screen-Adaption und sehr gut gelöst, wie ich finde. Ich fand diese Folge wieder sehr gelungen, aber man stirbt keine Tausend Tode und wird auch nicht mehrere Packungen Taschentücher verbrauchen.

In dieser Folge treffen wir auf die Native Americans, von denen wir in Zukunft auch noch einiges mehr sehen werden. Bemerkenswert hierbei finde ich, dass das Produktionsteam Cherokee Stämme aufgesucht hat, um die geschichtlichen Aspekte so richtig wie möglich widerzugeben. Deshalb wurden für diese Rollen ausschließlich Native Americans gecasted.

Nach der wohlbekannten Titelmusik, die nun mit neuen Bildern unterlegt ist, welche meiner Meinung nach noch besser sind, als die bisherigen, sieht man Native Americans, die sich anziehen und sich für den Kampf bereit machen. Nach dieser Einleitungsszene sieht man Jamie am Schreibtisch sitzen. Englische Soldaten sind bei ihm und er unterzeichnet den Vertrag, der ihm 10.000 Hektar Land zuspricht. Jamie hat eine Brille auf der Nase und sieht damit aus wie ein Gelehrter. Er bekommt den Rat, sich Zeit zu lassen mit der Wahl seiner Pächter und wird darüber aufgeklärt, dass leider nicht alles so gut läuft, wie es den Anschein hat, denn es gibt einige Betrüger, die z.B. keine Steuern zahlen. Jamie wäre aber, so ist man sich sicher, der perfekte Siedler. Es wird auch angesprochen, dass Highlander den Native Americans ja gar nicht so unähnlich wären. Jamie sagt, er habe schon mit Prinzen und Bettlern zu tun gehabt, und habe ähnliche Merkmale in beiden gesehen. Auβerdem, so sagt Jamie ” There ist the law, and then there is what is done” (Zum Einen ist da das Gesetz und zum Anderen das, wie es gehandhabt wird).

In der nächsten Szene sieht man Marsali und Claire. Marsali berichtet, dass sie kaum an Essen denken kann, ohne sich zu übergeben, woraufhin ihr Claire den gutgemeinten Rat gibt, öfter ein paar Bissen zu sich zu nehmen und auch an Pfefferminz zu lutschen. Marsali gibt nun zu, dass sie große Angst habe. Nicht nur vor der bevorstehenden Geburt, sondern noch mehr vor der Verantwortung, ein Kind großzuziehen. Claire beruhigt sie und versichert ihr, dass sie es großartig machen wird. Nun betreten Jamie und Fergus den Raum, gefolgt von Young Ian. Jamie fragt Fergus, ob er Geld benötige, doch dieser verneint, denn Marsali würde ja nähen, somit hätten sie genügend. Eine Verabschiedung folgt und man verspricht sofort nachzukommen, sobald das Kind geboren ist.
Jamie bemerkt in Claires Gegenwart, dass Marsali etwa in Briannas Alter wäre, woraufhin Claire nachdenklich wird. Sie gibt zu, dass sie sich oft fragt, ob sie das Richtige getan habe, als sie Brianna zurücklieβ, denn nun wird sie auch nie ihre Enkel sehen und kann Brianna nicht beistehen. Jamie muntert sie auf, indem er ihr verrät, dass er all die Jahre ohne sie von Erinnerungen an sie gelebt habe und so würde es auch Brianna machen und darin Zuflucht finden.

Nun machen sie sich auf den Weg zu ihrem neuen Heim. Diese Szene ist untermauert mit wunderbaren Landschaftsbildern und hat etwas sehr Entspannendes und Friedliches. Jamie und Claire stecken ihr Grundstück mit Pfosten ab und Claire teilt Ian mit, dass sich in der Gegend auch wilde Tiere aufhielten und das Vorsicht geboten wäre. Nicht nur wilde Tiere scheinen sich hier aufzuhalten, sondern auch Ureinwohnerstämme. Einige Native Amerikaner treten ihnen nun gegenüber. Wegen der Kriegsbemalung und dem grimmigen Auftreten, sind sie natürlich erschrocken. Jamie nimmt ein Messer und geht auf die Native Americans zu. Dann lässt er demonstrativ seine Waffe fallen, um zu zeigen, dass er ihnen nichts böses will. Er nennt seinen Namen, doch die “Wilden” antworten ihm nicht. Sie entfernen sich wortlos.

Ein Sprung in die Zukunft erwartet uns nun, denn wir sehen Roger in einem Lehrerzimmer der Oxford Universität in 1971. Er ist abgelenkt und kann einem Gespräch mit einem Kollegen nicht folgen. Er gibt vor, sehr viel um die Ohren zu haben. In Wahrheit nagt aber sichtlich noch immer der Vorfall mit Brianna an ihm. Um sich abzulenken greift er zu dem Buch, welches er von ihr beim Festival bekommen hat, worin Geschichten über die schottischen Siedler von North Carolina enthalten sind. Roger stolpert über einen Eintrag über Frasers Ridge. Sofort stellt er Erkundigungen an, um mehr herauszufinden.

Man sieht Jamie, Claire und Ian beim Bauen ihres neuen Heimes. Jamie zeigt Claire, wo ihre Hütte stehen wird, die sie nutzen könne, wie sie möchte, z.B. zum Verarzten von Patienten und zum Lagern von ihren Dingen. Plötzlich tauchen die Native Americans wieder auf, sichtlich aufgebracht und werfen ihnen die Pfosten, mit denen sie ihr Grundstück abgesteckt hatten, vor die Füβe. Sie schimpfen in ihrer Ureinwohnersprache, doch die Botschaft dahinter könnte nicht klarer sein: „Verlasst dieses Land! Hinfort mit Euch, ihr seid hier nicht willkommen!“

Zurück in Oxford 1971.
Roger, der inzwischen herausgefunden hat, dass Jamie und Claire eine der ersten Siedler in North Carolina waren, und zwar an der Stelle, wo das Festival stattgefunden hat, beschlieβt Brianna anzurufen.
Sie lebt nun mit einer Mitbewohnerin und deren Mops zusammen und Gayle kreischt auf, als Brianna Roger am Telefon begrüßt. Beide sind sehr nervös und versuchen krampfhaft ein Gespräch aufzubauen, doch es scheint keinem der beiden so recht zu gelingen. Es ist deutlich, dass sie sich nicht wirklich viel zu sagen haben. Roger erzählt ihr den Grund für seinen Anruf und als Brianna erfährt, dass ihre Eltern zusammengefunden und Frasers Ridge gegründet haben, ist Brianna überglücklich und überwältigt zugleich. Sie dankt Roger für diese Auskunft und frustriert über ihrer beider Unfähigkeit, ein weiteres Gespräch aufzubauen, verabschieden sie sich.

Wieder im 18. Jahrhundert.
Claire schlägt vor, an einem anderen Ort zu bauen, doch Jamie lehnt ab. Er denkt, wenn die “Wilden” sie hier nicht wollen, dann auch anderswo nicht. Claire gibt zu bedenken, der Geist, der ihr erschienen war, könnte sie hier hergeführt haben, als Warnung, hier nicht zu bauen. Doch Jamie meint, dass ihn der Berg richtiggehend gerufen hätte und dass hier die beste Stelle für ihr eigenes Heim wäre. Man müsse nur einen Weg finden, die Native Americans davon zu überzeugen, sie anzunehmen. Er beschließt am nächsten Tag John Quincy Myers aufzusuchen, um nach Rat zu fragen.
Nachts wird Rollo unruhig und weckt sie mit seinem Bellen. Sie stellen fest, dass ihr gesamter Vorrat an Fleisch gestohlen worden ist. Und dann trabt Finnley, das Pferd, ins Lager. Er ist verwundet und alles deutet daraufhin, dass er von einem Bären angefallen worden ist.

Jamie sucht am Morgen John Quincy Myers auf und berichtet ihm von dem Bären. John glaubt sich erinnern zu können, dass die Native Americans einen bösen Geist in Bärenform erwähnt hätten. Er bietet Jamie Fleisch an, doch dieser sagt, er wäre nicht für Almosen gekommen, sondern für Rat. Daraufhin erklärt ihm Quincy, womit man die “Wilden” bestechen kann und wie man ihnen mit Respekt gegenüber tritt. Auβerdem teilt er Jamie mit, dass die Cherokee ihn gewarnt hätten und beim nächsten Aufeinandertreffen vielleicht nicht so gnädig wären. Er gab den gutgemeinten Rat, vorerst nicht mit dem Bau fortzufahren.

Ian und Claire nehmen Fische aus, pökeln sie und Ian näht ihnen die Bäuche wieder zu. Als ihm Claire ein Kompliment dazu ausspricht, meint er, dass er diese Fähigkeit wohl hat, weil er es vom Stricken her kennt. Claire ist nun vollkommen überrascht zu erfahren, dass Ian stricken kann. Sie gibt zu, es nicht zu können, was widerrum Ian nicht glauben kann, denn sogar Jamie könne Socken stricken. Er verspricht Claire, es ihr bei Gelegenheit zu lehren. Als er mit Rollo im Wald verschwindet, greift Claire zur Riffle, um für den Notfall wieder zielsicher schießen zu können. Jamie kommt zurück ins Lager und meint, dass sie es noch nicht verlernt zu haben scheint. Jedoch, so macht er sie aufmerksam, habe sie das Pulver nicht gut genug gestopft. Er zeigt es ihr und Claire sagt ihm, dass sie sich immer wieder gefragt hat, wie man diesen Vorgang mit solcher Präzesion machen kann, wenn man dem Feind gegenüber steht.

Nun folgt eine Doppelszene, die überlappend gezeigt wird.
Zum Einen haben wir die Cherokee, die mit Fackeln durch den Wald zu einer Hütte ziehen, wo die Medizinfrau Beschwörungen durchführt und alle mit einstimmen. Und zum Anderen sieht man das Lager, wo Rollo unruhig wird und schließlich einen halb zerfleischten John Quincy Myers zwischen den Bäumen findet. Er ist noch am Leben, aber mehr tot als lebendig. Er haucht immer wieder den Ureinwohnernamen für den Bären Geist und Jamie weiβ sofort Bescheid, dass der Bär in der Nähe ist. Er läuft in den Wald, um das Biest zu erledigen. Doch er trifft auf kein Tier, sondern auf einen “Wilden”, der jedoch mehr Bestie als Mensch ist. Hierbei musste vom Buch abgeschweift werden, da man nicht mit einem echten Bären drehen konnte. Ich finde diese Änderung aber sehr gut umgesetzt und sehr glaubwürdig. Ein Bär hat für die Native Amerikaner große symbolische Bedeutung. Er bedeutet Schutz und Stärke. Wenn es sich also um einen bösen Bären handelt, ist dies eine sehr furchterregende und ernstzunehmende Bedrohung. Der böse Bär Geist greift Jamie an, der sich bestmöglich verteidigt und schließlich den “Wilden” besiegt.

Verletzt bringt Jamie den Toten zum Lager der Cherokee. Er spricht die Worte des Respekts, die er von Quincy gelernt hat. Nun spricht ihn einer der Native Americans auf Englisch an und will wissen, ob er den “Bären” erlegt habe. Jamie bejaht und erklärt, dass es kein Monster sondern ein Mann war. Doch der “Wilde” erwidert, dass auch oft ein Mann zum Monster wird. Die Weisheit aus diesen Worten zeigt auf, dass die Ureinwohner ganz und gar keine unzivilisierten “Wilden” sind. Weiter wird Jamie erklärt, dass dieser Mann zum Monster geworden wäre, als er seine Frau gegen ihren Willen genommen habe, was nicht der Weg der Cherokee wäre. Er wurde daraufhin verstoβen, doch hat er sein Schicksal nicht angenommen, wäre immer wieder gekommen, habe Verwüstung und Schaden angerichtet. Aber nun wäre er beseitigt und sie wären das Problem los. Jamie fragt daraufhin, ob sie denn ihm Probleme bereiten würden. Er verspricht, dass er in Frieden käme und nur ein Heim für die Seinen bauen möchte.

Quincy ist nun auf dem Weg der Besserung. Sie sitzen am Lagerfeuer zusammen, als die Cherokee auftauchen. Der Häuptling spricht zu Jamie in der Ureinwohnersprache, doch der “Wilde”, der der englischen Sprache mächtig ist, übersetzt. Sie bieten Jamie den Frieden an und geben ihm einen neuen Namen: Bärentöter. Jamie lädt sie ein, sich zu ihnen zu gesellen, wobei Claire die Medizinfrau kennenlernt, die ihr erzählt, sie habe von ihr geträumt. Der Mond sei im Wasser gewesen, und Claire, als weiβer Rabe, habe den Mond verschluckt und dann ein Ei gelegt, aus dem ein Edelstein geschlüpft sei, der alle Krankheiten zu heilen vermag. Zudem sagt sie zu Claire, dass sie zu ihrem vollen Potential und Weisheit kommen wird, wenn sich ihr Haar weiβ verfärbt. Claire bekommt auch noch den Rat, dass der Tod nicht ihre Schuld wäre, sondern von den Göttern gesandt wurde. Claire ist fasziniert, doch versteht nur die Hälfte des Gesagten.

Wiederum 1971.
Diesmal im ehemaligen Haus von Reverend Wakefield. Roger holt sich seine Kisten ab, die Fiona für ihn aufbewahrt hatte. Sie will von ihm wissen, ob er wieder mit Brianna gesprochen habe und Roger erzählt ihr vom Telefonat mit ihr. Jedoch lässt er es so klingen, als hätte er Brianna von einem Urlaubsort ihrer Mutter erzählt. Doch Fiona erwidert, er meint wohl, als Claire in die Vergangenheit gereist sei. Sie verrät, dass sie darüber Bescheid wusste, denn schließlich war doch ihre Großmutter die Hüterin der Steine gewesen. Sie zeigt Roger eine Todesanzeige aus dem 18. Jahrhundert, worin steht, dass Jamie und Claire irgendwann in den 1770er Jahren bei einem Feuer umgekommen wären. Roger ist erschüttert, doch meint bestimmt, dass Brianna davon nichts erfahren dürfe, denn das würde ihr das Herz brechen. Fiona gibt zu bedenken, dass sie aber doch das Recht habe, vom Tod ihrer Mutter zu erfahren. Roger erwidert, dass Claire doch schon tot seit 200 Jahren tot sei. Und das wisse Brianna auch. Alles andere würde ihre Welt zum Einsturz bringen und das könne er ihr nicht antun.

Mit Musikuntermalung sieht man nun, wie Frasers Ridge entsteht. Es ist wieder eine friedliche Szene, die man genieβen kann. Jamie trägt Claire über die Schwelle ihres neuen Heims und gemeinsam malen sie sich aus, wo denn die Möbel stehen würden. Jamie hat hierzu schon eine ganz genaue Vorstellung.

Wieder zurück im 20. Jahrhundert.
Roger sitzt am Schreibtisch. Er hat sich nun doch durchgerungen, Brianna die Wahrheit zu sagen und wählt ihre Nummer. Allerdings meldet sich Briannas Mitbewohnerin an der anderen Leitung, die ihm mitteilt, dass Brianna seit einigen Wochen in Schottland wäre, um ihre Mutter zu besuchen. Roger weiβ sofort, dass Brianna Claire durch die Steine gefolgt war.

Damit endet diese nette, wenn auch nicht übermäβig ergreifende Folge. Wir bekommen aber jetzt schon den Aufschluss, wie es nun weiter gehen wird bzw muss. Werden die “Wilden” die neuen Siedler auf ihrem Land akzeptieren, oder besser, wann kommt es zum ersten Zwischenfall? Dieser der kann unmöglich  vermieden werden, zwischen einer Gruppe Ureinwohner mit naturverbundenen Traditionen und einer Gruppe schottischer Einwanderer, die andere Vorstellungen von Dein und Mein haben. Was wird Roger unternehmen und vor allem, was kann er unternehmen? Und wie findet sich Brianna in der Vergangenheit zurecht? Wird sie ihre Eltern finden und wird sie mit ihnen den Flammentod sterben oder kann sie die Geschichte ändern? Werden sich Roger und Brianna jemals wieder sehen?
Für diejenigen, die die Bücher kennen, sind die meisten dieser Fragen bereits beantwortet, da bleibt nur noch abzuwarten, wie es auf dem Bildschirm umgesetzt wird. Für diejenigen, die nur die Serie kennen, wird es im Lauf dieser Staffel noch so manche Überraschung geben.

Review zur 4. Staffel Outlander/ Folge 1

Review zur 4. Staffel Outlander/ Folge 2

Review zur 4. Staffel Outlander/ Folge 3

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