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Review zur 4. Staffel Outlander/ Folge 6

Lisa, Outlander-Tour Reiseleiterin

“Blood of my Blood”

Wie man bei dem Titel “Blut von meinem Blut” schon erwarten kann, war diese Folge sehr emotional. Bitte holt euch unbedingt einen Vorrat an Taschentüchern und Baldrian, bevor ihr sie anschaut.

Ich könnte diese Folge tausendmal schauen – eine Zahl, die zu Ende der Folge noch eine Rolle spielen wird. Nicht genug kann ich nämlich bekommen von einem bestimmten Herrn, der plötzlich auf der Bildfläche erscheint und von dem sehr viel in Folge 6 zu sehen ist. Um uns auf sein Auftreten sowie das einer anderen sehr wichtigen Person vorzubereiten, werden Rückblicke aus älteren Folgen gezeigt. Diese Rückblenden werden gefolgt von dem uns so wohl bekannten Titelsong im amerikanischen Stil. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, dass ich mich nie daran gewöhnen werde.

Die Einleitungsszene ist eine sehr wichtige und zugleich lustige und beliebte Szene aus dem Buch, die jedoch keinen Platz in der Serienversion gefunden hat. Man sieht, wie Jamie in das Loch des Plumsklos greift, eine Schlange herausfischt und sie ins Gras befördert, damit das Tier sich verkriechen kann. Im Buch sorgt diese Szene um viel Aufregung, denn sie führt dazu, dass der kleine Willie, Jamies Sohn, durch das Loch in die Sickergrube fällt. Das jedoch bleibt dem kleinen Willie in der Serie erspart, auch wenn wir es sehr gerne verfilmt gesehen hätten.

In der ersten Szene sieht man Jamie beim Holzsägen. Ein Reiter nähert sich, steigt vom Pferd, betrachtet Jamie und macht sich – etwas unsicher, wie sein Besuch aufgefasst werden würde – bei Jamie bemerkbar. Natürlich war unser rothaariger Lieblingsschotte sofort begeistert, wenn auch verwundert, seinen guten Freund Lord John Grey auf Frasers Ridge zu sehen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Lord John Grey. Und nun wisst ihr auch, warum ich dieser Folge so besonders ekstatisch zugeneigt bin. Ich muss nun wohl Farbe bekennen, dass Lord John mein besonderer Liebling der Serie ist, so wie Roger Wakefield. Aber zum Glück könnt ihr ja beim Lesen nicht hören, wenn ich vor Entzückung aufkreische. Mir ist es zwar einerlei, warum Lord John wieder auf der Bildfläche erscheint – hauptsache man sieht ihn, und das hoffentlich oft und in jeder Szene – doch Jamie wollte nun natürlich wissen, was ihn denn nach North Carolina verschlagen hätte. John gibt an, er wäre auf dem Weg nach Virginia und hätte sich gedacht, dann könne er ja auch gleich bei den Frasers vorbei schauen, um sich zu überzeugen, ob es wirklich so schön hier wäre (finde ich eine super Idee von ihm). Jamie bemerkt aber verwirrt, dass Virginia nicht so wirklich auf dem Weg liegt, aber auch er freut sich, John wieder zu sehen. Lord John Grey bereitet ihn darauf vor, dass auch William mitgekommen sei, und momentan beim Fluss warte, aber er erst Jamie allein davon berichten wollte.

Man sieht nun Murtagh und Claire am Fluss. Sie sind in ein Gespräch vertieft darüber, dass Murtaghs “Bekannten” gerade dabei sind, dem Gouverneur eine Bitte zu überbringen, die Steuern zu senken. Plötzlich hört man verzweifelte und angeekelte Rufe eines Jungen. Sie nähern sich ihm und man sieht nun nach langer Zeit William Ransom wieder – Jamies leiblichen Sohn. Allerdings wird er nun von einem anderen Schauspieler gespielt, da er ja nun einige Jahre gealtert ist. Ich finde den jungen Mann sehr gut gecastet, er sieht Jamie sogar leicht ähnlich, so dass man sich sehr gut vorstellen kann, dass er tatsächlich sein Sohn sei. Der Junge sitzt da wie ein Häufchen Elend, denn er hat Blutegel an den Beinen und findet seine missliche Lage alles andere als berauschend. Er bittet Claire, die Egel zu entfernen, doch sie meint, dass sie bald von selber abfallen würden, wenn sie sich sattgetrunken hätten. William will davon aber nichts hören. Er bittet in gehobenem Englisch, welches eindeutig adlige Abstammung vermuten lässt, ihn sofort von den Tieren zu befreien. Und auβerdem möchte er seinen Vater sehen. Claire entfernt die Egel und gibt sie in einen mit Wasser gefüllten Eimer, da Blutegel sehr nützlich für sie sind. Sie erkundigt sich nun bei dem Jungen, wo denn sein Vater zu finden sei.

Die Szene wechselt wieder zurück zu Jamie und Lord John, die nun mittlerweile ins Haus gegangen waren. Sie unterhalten sich über den Jungen und Jamie meint, Willie wäre ja erst 6 Jahre alt gewesen, als er fort gegangen war, daher wäre es wohl das Beste, wenn man seine Erinnerung an Jamie nicht ankurbeln würde. Lord John ist der selben Meinung. Zudem teilt er Jamie mit, dass der Junge sich wünscht, mit William angesprochen zu werden. Jamie bietet seinem Freund an, mit seinem Sohn einige Tage zu Besuch zu bleiben, was Lord John erfreut annimmt. John erzählt Jamie dann, dass Isabel verstorben sei und es besonders hart für William sei, woraufhin Jamie wissen will, ob Isabel eine gute Mutter für den Jungen gewesen war. Lord John Grey kann dies aufrichtig bejahen, als die Tür geöffnet wird und Claire eintritt, gefolgt von Murtagh und dem Jungen.

Claire bleibt fast der Mund offen stehen, als sie Lord John sieht. William wundert sich nun darüber, dass sie seinen Vater kennt, doch niemand ist wohl überraschter als Lord John und Murtagh. John Grey, der sich sogar höflich vor Murtagh Fitzgibbons verbeugt, merkt an, dass Murtagh nun viel besser aussieht. Murtagh, der sichtlich nicht angetan und mehr als überrascht ist, den ehemaligen Gefängnisvorsteher im Haus der Frasers anzutreffen, erwidert sarkastisch, dass es wohl die Bergluft sein müsse. John wendet sich nun an seinen Ziehsohn und ermahnt ihn, dass er zwar schon die Gastgeberin getroffen habe, aber er noch den Gastgeber selber begrüßen müsse. Jamies Emotionen schlagen nun sichtlich Purzelbäume und Zuseher mit Herzschrittmacher sollten hier offiziell gewarnt werden vielleicht abzuschalten, denn die Trauer und Freude, die man in Jamies Augen sieht, könnte sonst zu viel werden. Jamie versucht aber, sich stark und teilnahmslos zu geben, wie man es auch von ihm kennt. William stellt in den Raum, dass ihm der Herr ja noch gar nicht vorgestellt worden wäre, woraufhin sich Lord John entschuldigt und ihn als James Fraser vorstellt. Förmlich verbeugen sich Vater und Sohn voreinander und man möchte sich die Haare ausraufen und losbrüllen, dass sie sich doch in die Arme nehmen sollen! Und jemand muss dem Kind doch die Wahrheit sagen, das wäre doch einfach nicht auszuhalten, Jamie so leiden zu sehen. Claire will die Situation entschärfen und auch den drei Erwachsenen die Gelgenheit geben, sich auszusprechen bevor der Junge merkt, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Sie erzählt also von den Blutegeln und dass sie den Jungen mit hinaus nimmt, um ihm zu helfen, sich zu säubern. Die Zeit ohne das Beisein des Jungen nutzt Lord John die beiden anderen Männer zu bitten, dem Jungen nicht von der Tatsache zu erzählen, dass sie sich von Ardsmuir kennen. Murtagh antwortet verbissen, dass der Junge ja wohl nicht wissen solle, dass sein Vater die Gesellschaft von unehrenhaften Männern suche. Jamie erinnert Murtagh nun daran, dass ihm John Grey durch seine Güte das Leben gerettet habe. Murtagh bejaht es zwar, aber man kann sichtlich erkennen, dass er sich unwohl in der Gegenwart von Lord John fühlt.

Die darauffolgende Szene spielt immer noch im Haus. Man sitzt bei Tisch, isst und unterhält sich. Während des Gesprächs erwähnt Lord John, dass er den Gouvernour kennt, da sie beide den selben Club besuchen – “The Society for the Appreciation of the English Beefsteak” – “Die Gesellschaft zur Wertschätzung des englischen Rindersteaks”. Jamie ist über den Namen des Clubs sehr amüsiert und meint, dass der auch Ian gefallen könnte. Lord John horcht auf und fragt erfreut, ob Ian denn hier auf Frasers Ridge wäre, denn er wisse ja davon, dass Jamie für seinen Neffen um die halbe Welt gesegelt war. Murtagh mischt sich nun ein, sichtlich immer noch verstimmt über die Anwesenheit eines Rotrockes und noch dazu eines ehemaligen Aufsehers in dem Gefängnis, in dem sie jahrelang mehr oder weniger verrottet waren. Er bringt also das Gespräch auf die Steuern und den Gouvernour und fragt, ob es wahr sei, dass dieser sich nun einen Palast bauen lieβe und wo denn wohl das nötige Kleingeld dafür herkommen würde. Lord John merkt sofort, woher der Wind weht, versucht aber die Situation zu entschärfen und die Lage zu erklären. Jedoch nicht zur Zufriedenheit Murtaghs, der immer weiter bohrt und Anklagen erhebt. Beide Männer ringen stark mit sich, ruhig zu bleiben, wohl um Claires und des Jungen Willen, die nur noch in ihren Tellern herumstochern. Lord John gibt auch zu verstehen, dass die Reaktion der Bewohner auch nicht angemessen wäre, wenn man mitten auf der Straße Leute zusammenschlägt, im Beisein von Kindern und Frauen. Eindeutig können die beiden Männer nicht miteinander und Murtagh kann sich nun auf die Anmerkung John Greys, dass es ihm doch nun wohl auch besser gehen würde, nicht mehr zurückhalten. Er presst ein “Wenigstens muss ich keine Ratten mehr essen” raus, worauf William natürlich erschrocken wissen will, ob er tatsächlich schon einmal Ratten gegessen habe. Claire mischt sich nun ein, um die Situation zu retten und sagt dem Jungen, dass Mr Fitzgibbons oft eine eigenartige Art von Humor habe. Murtagh reicht es nun entgültig und er steht auf, bedankt sich für das Essen und verlässt das Haus.

John fragt Jamie, ob er Lust auf eine Partie Schach habe, aber Jamie gesteht, dass er kein Schachspiel besitze. John antwortet, dass er immer ein Set dabei habe. William bittet nun darum, aufstehen zu dürfen. Jamie, der zu ahnen scheint, warum sich der Junge erheben möchte, macht ihn darauf aufmerksam, dass sich die Toilette drauβen befände. William ist entrüstet nach drauβen geschickt zu werden und will einen Nachttopf gebracht bekommen. Sofort wird er aber von John Grey ermahnt, dass er sich den Umständen anpassen müsse, solange man Gast im Haus der Frasers sei. Der Junge wurde sofort gehorsam, was den Erziehungsstil von John Grey erkennen lies. Jamie bietet an, William den Weg zu zeigen.

Mit der Laterne in der Hand treten sie hinaus in die dunkle Nacht. Jamie schenkt dem Pferd, welches neben dem Haus angebunden ist, liebkosende Worte auf Gälisch, was sofort das Erinnerungsvermögen des Jungen ankurbelt. Er erkennt, dass Jamie der Stallknecht MacKenzie ist und spricht ihn sofort darauf an.

Herzinfarktmoment. Man sollte auch unbedingt eine neue Packung Taschentücher und am besten eine Flasche Baldriantropfen holen gehen. Jamie ist sichtlich erschrocken, unsicher und emotional zugleich. Er gibt zu, dass er es sei. William fragt, ob er auch hier der Stallknecht sei, doch Jamie erklärt, dass dies sein Land wäre. Ich hoffe ihr habt das Fläschchen Baldrian geholt, denn nun will William wissen, ob sich Jamie an ihn erinnern kann. Lächelnd erwidert Jamie wahrheitsgemäβ “voller Liebe”. Der Junge versucht sich nichts anmerken zu lassen – von wem er das wohl hat? Doch nun will er wissen, warum ihn Jamie denn nicht daran erinnert hätte, als sie einander vorgestellt worden waren. Darauf wusste Jamie auch keine Anwort und in dem Moment hatte er noch nicht einmal eine Ausrede parat, daher antwortete er abermals wahrheitsgemäβ, dass er es selber nicht wüsste. Nun wollte aber er von William wissen, ob er denn noch die geschnitze Schlange hätte, die er ihm geschenkt hatte. Man kann deutlich in den Augen des Jungen lesen, was ihm diese Schlange bedeutet und dass er sich genau daran erinnern kann, dass er sich an den Stallknecht aus seiner Kindheit erinnern kann, den er so unendlich liebte, doch der ihm das Herz brach, als er ihn verlieβ. Und obwohl er antwortet, dass er doch schließlich kein Kind mehr wäre, bin ich mir sicher, dass diese Schlange wohl noch immer sein meistgehütetster Schatz ist. Hurtig begibt sich der Junge auf das stille Örtchen, um der Situation voller wundervoller doch zugleich schmerzhafter Erinnerungen zu entfliehen.

Claire und Lord John unterhalten sich. Claire möchte wissen, wo sich denn Isabels Estate befindet und als sie es erfährt, fühlt sich Lord John eindeutig von ihr erwischt, als sie anmerkt, dass es aber so gar nicht auf dem Weg läge. Claire fragt John auch frei heraus, ob er für den Gouvernour spionieren würde. Lord John ist entrüstet über diese Behauptung. Er antwortet, sie unverzüglich abreisen würden, falls seine und Williams Anwesenheit für sie ein Problem wären. Claire verneint es, gibt aber zu bedenken, dass sie gern Zeit gehabt hätte, eine Schlafstelle für beide zu organisieren.

Claire und Jamie sitzen drauβen und unterhalten sich. Claire meint, dass es ja kein Wunder sei, dass sich William an ihn erinnert. Jamie gibt nun vor ihr zu, dass sein Herz fast zersprungen wäre, als der Junge seinen Namen ausgesprochen hat. Am liebsten hätte er den Jungen in die Luft geworfen vor Freude, so wie er es getan hat, als er noch ganz klein war. Doch nun war er nicht mehr klein, bemerkte er nun mit etwas wehmut. Claire merkt an, dass William sehr hübsch sei und Jamie erzählt nun Geschichten aus den Kindertagen des Jungen. Man hört deutlich den väterlichen Stolz heraus, als er berichtet, wie er William beigebracht hatte, sich nicht vor Pferden zu fürchten. Traurig sagt Jamie, dass er das Gefühl gehabt hatte, dass die Erinnerung an den Stallknecht eher eine Erinnerung an einen Fremden war. Claire versucht ihn aufzumuntern und sagt, dass er ihn einfach nur neu kennenlernen müsse. Jamie nimmt Claire in den Arm und küsst sie zärtlich. Er haucht ihr zu, dass er schon seit Wochen mit ihr allein sein wollte, doch Claire erinnert ihn an seine Gäste. Bevor Jamie geht, kündet sie allerdings noch an, dass sie seine volle Aufmerksamkeit verlangen werde, sobald die Gäste weg seien.

Jamie geht zurück zum Haus und trifft auf Murtagh, der dabei ist, seine Sachen zusammenzupacken. Murtagh wirft ihm verwundert und entrüstet zugleich vor, dass er immer noch Kontakt zu John Grey hege, dass er diesen Kontakt nun aber zu ihren Gunsten ausnutzen könnte. Jamie versucht zu erklären, dass John sein Freund sei, doch Murtagh kann und will es nicht verstehen. Im Laufe des Gespräches fragt auch Murtagh immer wieder was denn das Wohlergehen des Jungen Jamie angeht und plötzlich fällt es ihm wie Schuppen von den Augen und er errät die Wahrheit. Jamie bittet ihn, es für sich zu behalten. Etwas grimmig, aber nicht unfreundlich verspricht Murtagh auch dieses Geheimnis für sich zu behalten – wie schon die unzähligen davor. Sarkastisch merkt er aber an, Jamie solle ihm doch bei Gelegenheit von der Mutter des Jungen berichten, es sei denn, das wäre ebenso ein Geheimnis.

Man sieht nun Lord John und Jamie über einer Partie Schach sitzen. Jamie fragt John, ob er sich sicher ist, diesen Zug so ausführen zu wollen, wie er es soeben getan hat. Als John bejaht, seufzt Jamie ein “Verdammt” und gibt sich geschlagen. Auch John gibt ein “Verdammt” von sich, als er bemerkt, dass die Flasche Wein leer ist. Doch Jamie hat Nachschub. Selbstgebrannter Whisky. Allerdings noch nicht ausgereift, daher bringt er John beinahe damit um. Jamie kann nicht widerstehen einen Blick auf seinen schlafenden Sohn zu werfen, was Lord John nicht entgeht. Mitfühlend fragt er Jamie, ob er denn zufrieden mit seinem Leben wäre. Jamie erwidert, er habe Land, ein Dach über dem Kopf, seine Frau an seiner Seite, einen ehrhaften Beruf, gute Freunde und die Gewissheit, dass sein Sohn in Sicherheit und gut umsorgt ist. Was sonst kann sich ein Mann wünschen?

Ein kleiner Zeitsprung führt uns zur geplanten Abreise von Lord John Grey und William. Während Willam bei den Pferden wartet, verabschiedet sich John von Jamie und Claire. Doch Claire bemerkt, dass es John so gar nicht gut geht und spricht ihn darauf an. Er gibt zu, dass er starke Kopfschmerzen gehabt habe, es aber auf den Whisky von Jamie geschoben hatte. Claire erkennt sofort, dass es sich wohl um die Masern handeln muss. Sie ist geimpft und Jamie hatte sie schon als Kind gehabt, aber William muss von John ferngehalten werden, um sich nicht anzustecken, sofern er das nicht schon getan hatte. Claire wies Jamie an, den Jungen 6 Tage lang mit auf eine Erkundungsreise zu nehmen, denn bis dahin wäre John wieder genesen – oder aber tot.

William weigert sich, seinen Vater zu verlassen, besonders, da erst vor kurzem seine Mutter verstorben ist. Aber Jamie muss ihn dazu zwingen, um ihn zu schützen, was ihm Beschimpfungen und Unmut des Jungen einbringt. Als sie wegreiten, spricht Jamie William an, dass er eindeutig immer noch wisse, wie man mit Pferden umgeht. Er zeigt William die Grenzen zu Frasers Ridge, die mit Einkerbungen in Baumstämmen gekenntzeichnet sind. Er ermahnt den Jungen, sich bloβ nicht auβerhalb aufzuhalten, denn das Gebiet jenseits der Grenze gehöre den Cherokee. William will nun wissen, warum man den “Wilden” erlauben würde, hier zu leben und wird von Jamie davon in Kenntniss gesetzt, dass das Land ursprünglich ihnen gehörte, und dass sie nun Seite an Seite leben würden, aber man solle die Ureinwohner auf keinen Fall herausfordern. Jamie nimmt nun seinen Sohn mit zum Aussichtspunkt über Frasers Ridge. Vollkommen überwältigt von der Schönheit vor seinen Augen fragt William, ob Jamie schon jemals so etwas wunderbares gesehen habe. Jamie, dessen Augen auf seinen Sohn gerichtet sind und nicht auf die wundervolle Landschaft, murmelt nur “Nein, noch nie”.
Absoluter Taschentuchalarm!

Mit Taschentuchalarm geht es weiter, denn Lord John sieht sehr sehr schlecht aus. Claire macht ihm eine Tasse Tee, damit er sich etwas besser fühlt und John erzählt, dass auch Isabel immer meinte, dass Tee für alle Wehwehchen helfen würde. Claire entschuldigt sich nun bei ihm, dass sie ihm noch nicht zum Tod seiner Frau kondoliert hätte. John erzählt, dass sie sich ihr beider Leben lang kannten, sie also eher eine Schwester für ihn gewesen war, woraufhin Claire wissen will, ob Isabel denn damit zufrieden gewesen wäre. John, der etwas gekränkt scheint, gibt an, er kann nicht sagen, ob sie es war, aber er hofft es, denn sie hat sich nie beschwert. Er wäre ihr ein sehr guter Ehemann gewesen. Claire erwidert, dass sie das nicht beurteilen könne, woraufhin John anmerkt, dass sie dann ja auch darüber nachdenken müsse und ihn dann nicht mehr in dem Licht betrachten könne, wie sie das gerade tut. Claire stellt in den Raum, dass er doch gar nicht wissen könne, was sie denkt. Doch Lord John glaubt es sehr genau zu wissen, und zwar, dass sie eifersüchtig auf die Zeit ist, die er mit Jamie und William verbringen durfte. Daraufhin erzählt ihm Claire, dass sie auch eine Tochter von Jamie hat, die in Boston lebt, aber schon erwachsen ist. Aber duch Culloden wurde ihnen die Möglichkeit genommen, sie gemeinsam großzuziehen. Bestürzt und betroffen gibt sie zu, dass wohl doch etwas Wahrheit an der Behauptung Lord Johns wäre, dass er etwas mit Jamie gehabt habe, was sie nicht hatte. Eindeutig ist zu erkennen, dass beide auf des anderen Beziehung zu Jamie eifersüchtig sind und nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen. Claire fragt nun aber, was denn wäre, wenn William herausfinde, dass Jamie sein echter Vater ist. Er würde es niemandem verzeihen, dass er jahrelang belogen worden war. Daher kann sie es absolut nicht verstehen, warum John zu Besuch gekommen sei und dieses Risiko einginge. Er gibt an, dass er Jamie die Möglichkeit geben wollte, den Jungen zu sehen, doch Claire erkennt die Wahrheit. Und zwar, dass er die Möglichkeit haben wollte, Jamie zu sehen. Lord John ist über ihre Ehrlichkeit erschüttert und merkt an, dass er noch nie jemanden kennengelernt hätte – Mann oder Frau – der aussprechen würde, was er oder sie denkt, egal ob es den Gegenüber kränkt. Claire meint dazu nur, “Tja, so bin ich eben geboren “. Die daraufhin gemurmelten Worte aus dem Mund eines verzweifelten John Greys brechen mir beinahe das Herz und schreien nach einer weiteren Packung Taschentücher.
“Ich doch auch”.

Sprung zu Jamie und William, was uns auch nicht hilft, unsere Emotionen wieder in den Griff zu bekommen. Die beiden fischen, besser gesagt der Junge fischt, doch sie wollen nicht beiβen. Jamie weist ihn darauf hin, dass es daran liegt, dass er eine Fliege statt eines Wurmes genommen hat, doch William bleibt stur, er fische nicht mit Würmern. Jamie erinnert ihn daran, dass er das als Kind aber gemacht habe, woraufhin man merkt, dass sich William an mehr erinnert, als er zugibt, und dass er genauso leidet wie Jamie, der ihm nun zeigt, wie man Fische mit der Hand fängt. Anschließend gehen sie auf die Rotwildjagd, wo William ermahnt wird, Tiere nicht zu verletzen und leiden zu lassen, sondern mit einem Schuss zu töten. Es gelingt ihm auch und darauf ist er mehr als nur stolz. Jamie zeigt seinem sich erst sträubenden Sohn, wie man einen Hirschen ausweided und zerlegt. Auch wenn sich William dabei beinahe übergeben muss, ein “vielleicht bist du doch noch nicht alt genug dafür” lässt er nicht auf sich sitzen. Er ist eben genau so stur wie sein leiblicher Vater. Auch bei den Szenen mit den beiden hat man oftmals das Gefühl, ein Miniatur Jamie würde herumlaufen, so sehr ähneln sich beide.

Als sie später gemeinsam beim Essen sitzen, bemerkt Jamie, dass William weint. Um die Ehre des Jungen zu schützen, täuscht er vor, dass es wohl die getrockneten Äpfel gewesen sein müssen, die dem Jungen solches Unbehagen verursachen. Eine Tat, die ihm den Respekt des Knaben einbringt. Doch William kann seine Trauer und Wut nicht verbergen, denn er hat schreckliche Angst um seinen Ziehvater, der im Sterben liegt, und den er nun, genauso wie seine Mutter, sicherlich verlieren wird. Das Herz könnte einem brechen, wenn man das arme Kind so sieht und Jamie kann aus Schutz der Wahrheit und Ehre des Jungen nicht reagieren, wie er gerne möchte. Er kann dem verzweifelten Jungen, der sich in seinen Unterschlupf verkriecht, nur eine Decke umlegen und ihm den Freiraum geben, der sich geziemt. Wie ein Donnergrollen hängen auch die vorwurfsvollen Worte Williams in der Luft, der Jamie beschuldigte, am Tod seines Vaters Verantwortung zu tragen, denn hätte er ihn nicht besucht, wäre er nie krank geworden.

Auch die nächste Szene bringt keinerlei Erleichterung. Ich bin mittlerweile mit meinem zweiten Fläschchen Baldrian durch und greife zum nächsten, als Lord John um Gnade bettelt und sich vor Schmerzen windet, als sein Kopf schier entzwei birst. Claire übt mit ihren geschulten Fingern Akkupunkturmassage aus, die dem Leidenden sichtlich etwas Linderung verschafft. Mit einer Stimme, die sich dem Schicksal schon vollkommen ergeben hat, murmelt er “Muss ich heute sterben?”
Eine neue Packung Taschentücher muss nun dran glauben und man leidet selber mit und bekommt beinahe selber einen juckenden, roten Ausschlag. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass David Berry aka Lord John selbst noch mit einem Bein im Grab gut aussieht. Claire teilt ihm mit, dass er hohes Fieber habe, sie aber versuchen wird, es zu drücken. Während sie ihm Wickel auflegt, legt er, im Angesicht des Todes, ein Geständnis ab. Er gibt zu, dass er, obwohl er sein Leben lang mit Isabel verbracht habe, nichts gefühlt hätte, als sie verstarb. Der wahre Grund warum er zu Frasers Ridge gekommen wäre, war, um herauszufinden, ob er beim Anblick Jamies noch etwas fühlen könne oder ob seine Emotionen mit Isabel gestorben wären. Und dann gibt er offen zu, etwas für Jamie zu empfinden, mehr als nur Freundschaft. Claire fragt ihn offen heraus, warum er sich denn so foltere, denn ihm müsse doch klar sein, dass er Jamie nie haben könne. Daraufhin gesteht ihr John, dass sich Jamie ihm angeboten habe, als Gegenleistung, auf Willie aufzupassen. Doch er hätte abgelehnt, denn so wolle und könne er Jamie niemals besitzen. Claire ist geschockt von dieser Beichte. Sie sieht Lord John nun in ganz anderem Licht, denn nun ist ihr klar, dass er tatsächlich ein wahrer Freund Jamies ist, und ihn von Herzen lieben muss, um das Wohlergehen seines Freundes über sein Verlangen zu stellen. Er hat nun eindeutig ihren Respekt gewonnen.

Jamie erwacht im Lager, doch William ist nirgends zu sehen. Jamie entdeckt allerdings seine Fußspuren und folgt ihnen. Er ist erschrocken, als die Spuren über die Grenzen seines Landes hinausführen, ins Land der Cherokee. Dort, am Fluss, findet er den Jungen, der ihm stolz einen eigenhändig gefangenen Fisch präsentiert. Jamie will ihn noch zurechtweisen, doch schon kommen die Native Americans und sind so gar nicht erfreut über die Eindringlinge. Jamie, der mittlerweile ein wenig ihre Sprache beherrscht, versucht zu schlichten und zu erklären, dass es ein Versehen war. Er bietet ihnen sogar den gefangenen Fisch an, doch der Anführer sieht es als Diebstahl an und der Junge müsse dafür mit seinem Blut bezahlen. Jamie, der den Ernst der Lage erkennt, bettelt um das Leben des Jungen. Ihm ist nun alles egal, soll doch der Junge die Wahrheit erfahren, solange er am Leben bleibt. Er schreit es nun hinaus in die Welt: “Der Junge ist mein Sohn, er ist Blut von meinem Blut”. Er bittet an seiner Stelle mit seinem Blut bezahlen zu dürfen und befiehlt dem Knaben zurück zu Frasers Ridge zu laufen. Doch William, der offensichtlich den Mut seines Vaters geerbt hat, will nun ebenfalls das Leben des Anderen retten und schreit nun den Ureinwohnern seine Wahrheit zu, dass der Mann gar nicht sein Vater wäre und er den Fisch gefangen habe, also er auch dafür bestraft werden müsse. Der Anführer hebt seinen Tomahawk und erst nachdem ich das gesamte Fläschchen Baldrian geleert habe, kann ich weitergucken. Jamie schreit verzweifelt und windet sich in den Armen der “Wilden”, die ihn festhalten und ihn zwingen hilflos zuzusehen, wie der Tomahawk des Cherokee auf seinen Sohn hernieder fällt. Seine Welt scheint einen Moment lang stehen zu bleiben, das Universum hört auf sich zu drehen, doch die Waffe wird einen Zentimeter vor dem Jungen gestopt und nur die Haut seiner Hand damit angeritzt. Es fliesst ein Tropfen Blut und die Schuld war damit bezahlt worden. Die “Wilden” lassen Jamie los und gehen. Jamie und William umarmen sich und vor Erleichterung beginnt man gleich wieder zu weinen. Jamie ist sich sicher, der Mut des Jungen hat den Cherokee so imponiert, dass sie sich entschlossen haben, sie beide zu verschonen.

Wieder zurück auf Frasers Ridge.
Lord John geht es wieder besser, doch nun entschuldigt er sich dafür, was er im Fieberwahn alles erzählt hat. Er gibt zu, dass es die Tatsache ist, dass er die endlose Zufriedenheit in Claires Gesicht sieht, wenn sie mit Jamie zusammen ist, die ihm das Herz zerreisst. Denn er weiβ, dass er Isabel das nicht bieten konnte. Er fragt Claire, ob sie wisse, wie es ist, Jemanden zu lieben, von dem man genau weiβ, dass er nicht die richtige Person ist. Claire erzählt ihm nun von Frank, und dass sie genau nachvollziehen kann, wovon er spricht. Sie entschuldigt sich auch bei ihm, dass sie eifersüchtig war und versucht John aufzumuntern, dass es gar nicht stimme, dass er nichts von Jamie hätte, denn er hätte einen sehr großen Teil von ihm – nämlich William.

Jamie und William reiten nun zurück zu Frasers Ridge, allerdings nicht Seite an Seite, sondern beide sitzen hintereinander auf einem Pferd. Die Szene ist so schön, doch der nächste Satz von William lässt einen schon wieder zum Taschentuch greifen. Er will wissen, ob sich Jamie noch erinnern kann, als er von Helwater fortgerritten ist. Wenn Jamie sich nicht mehr erinnern kann, uns allen ist diese Szene noch mehr als lebendig im Gedächtnis und die Erinnerung alleine bringt erneut eine Tränenflut. Doch auch Jamie kann sich noch bestens daran erinnern. William will wissen, warum Jamie sich nicht zu ihm umgedreht habe, obwohl er nach ihm gerufen habe und ihm nachgelaufen sei. Jamie, der sich sehr schwer tut, seine wahren Gefühle zu verbergen – ich habe es mittlerweile längst aufgegeben – gibt an, dass er ihm keine falsche Hoffnung geben wollte, denn hätte er sich umgedreht, dann hätte er ihm zu verstehen gegeben, dass sie sich bald wieder sehen würden. Und daran hatte er nicht geglaubt.

Als sie bei Frasers Ridge ankommen will William sofort ins Haus stürmen, doch Jamie, der ja nicht weiβ, ob sie John tot oder lebendig vorfinden werden, hält den Jungen zurück und geht mit ihm gemeinsam. Claire öffnet die Türe und berichtet, dass es John besser geht und er auch nicht mehr ansteckend wäre. Woraufhin William natürlich nicht mehr zu halten ist und auf seinen Ziehvater zustürmt. John will nun von Jamie wissen, ob sich William hoffentlich auch wohlerzogen verhalten habe. Am Gesichtsausdruck des Jungen ist zu erkennen, dass er sich gefasst macht, dass Jamie vom Vorfall am Fluss berichtet und dass eine Schelte seines Ziehvaters auf den Fuß folgen würde. Doch Jamie antwortete nur, dass William ein äuβerst mutiger Reisegefährte gewesen wäre und dass John ihn sehr wohl erzogen habe. Das löst in dem Jungen eindeutig mehr aus, als Jamie ahnen kann.

Lord John verabschiedet sich von Claire. John fragt, wie er sich denn jemals für ihre Güte revanchieren könne und Claire meint, indem er sich ausruht, gesund isst und viel trinkt. Und vor allem soll er nicht die Hoffnung verlieren, denn auch er hat es verdient, diese Zufriedenheit in jemandes Gesicht zu sehen. Das war so wunderschön, ich habe geheult wie ein Schlosshund. Schon wieder.

Lord John schenkt Jamie sein Schachspiel zum Abschied und William verabschiedet sich ebenso. Also sie wegreiten, kommen erneut die Erinnerungen an die Szene von Helwater zurück, doch nun sind die Seiten vertauscht, nun steht Jamie da, voller Verzweiflung, als ein geliebter Mensch einfach von ihm fortreitet. Und dann geschieht etwas, was eine erneute Tränenflut entfacht, obwohl bei den meisten Zuschauern die erste noch nicht einmal getrocknet sein dürfte. William dreht sich zu ihm um und schenkt Jamie somit die Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Das wäre eigentlich das perfekte Ende für diese Folge gewesen, doch Starz setzt noch eins drauf und gibt uns ein Bonuspaket vollgepackt mit einer intimen Szene zwischen Jamie und Claire und Romantik pur. Nicht nur gestehen sie einander ihre Liebe, doch Jamie schenkt Claire auch einen silbernen Ring mit Disteln und Ornamenten, den Murtagh aus dem silberenen Kerzenständer von Ellen MacKenzie geschmiedet hat. Claire ist überwältigt vor Freude. Besonders nah geht ihr die Inschrift – Gib mir 1000 Küsse. Sofort fangen sie damit an, es in die Tat umzusetzen und sie verspricht, ihm nochmal 1000 dazu zu geben.

Diese Folge war einfach wunderbar. Ein Emotionshoch jagte das nächste und ich bin nun – nach 2 maligem Schauen hintereinander – richtig müde. Müde vom Weinen, oder von den drei Flaschen Baldrian, ich weiβ es nicht. Doch ich fühle mich auch unglaublich glücklich und zufrieden. Ich glaube, ich muss die Folge einfach noch mal anschauen.
Bisher bin ich von der vierten Staffel begeistert. Sie übertrifft jetzt schon alle meine Erwartungen und da ich das Buch kenne, weiβ ich, dass noch viele wundervolle, dramatische und emotionale Momente auf uns warten. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Folge.

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