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St Andrews – Schutzheiliger Schottlands und traumhafter Ort in Fife

St Andrews ist ein wunderschöner und zugleich sehr wichtiger Ort Schottlands. Er liegt an Schottlands Ostküste nördlich des Firth of Forth in der Region „Kingdom of Fife“ und ist vor allem bekannt für die Universität, den Golfsport und natürlich wegen des Nationalheiligen Schottlands, Saint Andrew – Sankt Andreas. Das Andreaskreuz der schottischen Flagge bezieht sich auf diesen Apostel, dessen Reliquien im 8. Jahrhundert nach Schottland gebracht wurden. Daraufhin entwickelte sich genau dieser Ort zu einer frühchristlichen Siedlung und später zum wichtigsten Pilgerort Schottlands. Aber warum wurden die Relquien ausgerechnet an die Ostküste Schottlands gebracht, wurde St Andrews doch in Patras gekreuzigt?

Der Apostel Andreas wurde zu Tode verurteilt, da er die Frau des Herrschers von Patras zum Christentum bekehrt hatte. Sein Urteil: Zu Tode durch Kreuzigung, genau wie sein Herr und Gebieter, Jesus Christus. Doch der Apostel empfand diesen Tod nicht als würdig, denn wie konnte ein einfacher Fischer wie er den selben Weg gehen wie sein Herr? Sein letzter Wunsch war es also, an einem diagonalen Kreuz sterben zu dürfen – heutzutage weltweit bekannt als das Andreaskreuz.

Eine Legende besagt, dass St Regulus, dem Friedhofswächter von Patras in Griechenland, ein Engel erschienen sei, der ihm den Auftrag gab, die Reliquien von St Andrews ans westliche Ende der Welt zu bringen. Und so machte sich St Regulus im 4. Jahrhundert in seinem kleinen Boot mit ein paar Gefährten auf den Weg. Vor der Ostküste Schottlands kamen sie in einen heftigen Sturm und erlitten Schiffsbruch. Als St Regulus sich nach dem Schiffbruch an Land rettete, mit nichts als seinem Leben und den Reliquien des Apostels von St Andrews in einer Truhe unter dem Arm, war er davon überzeugt, dies müsse das Ende der Welt sein, an das er gestoβen war – das heutige St Andrews in Fife. An dem Ort, wo dann seine Reliquien begraben wurden, enstand eine Kirche, die zur wichtigsten Kirche Schottlands werden sollte. Im 11. Jahrhundert wurde diese Kirche zu einer Kathedrale, als St Andrews Castle – der Bischofssitz – errichtet wurde.

St Andrews Cathedral, Fife

Dies ist allerdings noch nicht der Grund, warum Sankt Andreas zum Schutzheiligen Schottlands erklärt wurde. Die Erklärung dazu wird in einer weiteren Legende geschildert:

Der Piktenkönig Angus (wonach Schottlands Region im Osten, nördlich von Dundee, benannt wurde) bereitete sich im 9. Jahrhundert auf eine wichtige Schlacht vor – natürlich, wie kann es anders sein – gegen die Engländer. Angus fühlte sich alles andere als siegessicher, bis er in der Nacht vor der Schlacht einen vielversprechenden Traum hatte. Zudem erschien ihm am Tag der Schlacht ein X-Symbol – das Symbol des Sankt Andreas – am Himmel. Angus schickte ein Stoßgebet gen Himmel, mit dem Versprechen, wenn er siegreich wäre, den Apostel zum Nationalheiligen Schottlands zu machen. Und dazu kam es tatsächlich auch an jenem Tag!

Offiziell wurde St Andrews jedoch erst im Jahre 1320 zum Schutzheiligen Schottlands erklärt. Die Wächter von Schottland – The Guardians of Scotland – verwenden seit dem 13. Jahrhundert ein Siegel zur Authentifizierung von juristischen Dokumenten, auf welchem St. Andrews auf seinem besonderen Kreuz abgebildet ist. Während der Regierungszeit Robert III wurde erstmals das Bildnis des Apostels auf eine Münze geprägt, die damals den Wert von 5 Schilling hatte.

Der 30. November wurde zum Ehrentag des Apostels ernannt. An diesem Tag feiert und ehrt man den Heiligen auf Weisen, die eben so in Schottland üblich sind: ein Ceilidh (traditionelle, schottische Tänze), Gesang, Poesie, Speis und Trank, wobei ein Dram Scotch Whisky natürlich nicht fehlen darf. Slàinte mhath und Happy St Andrews Day!

Die Stadt St Andrews

St Andrews Castle

St. Andrews hat an die 17 000 Einwohner, wovon jeder Dritte Student ist. 2015 wurde St. Andrews der Ehrentitel “Reformationsstadt Europas” von der Gemeinschaft der evangelischen Kirchen Europas verliehen.

Mit dem Bau der St Andrews Cathedral wurde 1158 begonnen. Knapp 2 Jahrhunderte später – 1318 – wurde sie fertiggestellt. St Andrews Castle ist eine Burgruine des Bischofssitzes, die auf einer Felsspitze liegt. Während der schottischen Unabhängigkeitskriege wurde die Burg mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Sie wechselte häufig den Besitz zwischen Schotten und Engländern und wurde schlussendlich 1337 von den Schotten selber zerstört, damit die Engländer sie nicht mehr als Festung nutzen konnten. Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts blieb sie eine Ruine, bis Bischof Walter Trail sie neu aufbauen ließ. König Jakob I erhielt hier Teil seiner Erziehung durch Bischof Henry Wardlaw und Jakob III wurde hier geboren.

Während der Reformation wurde auβerdem die Kathedrale von St Andrews von John Knox’ Anhängern zerstört. Sie sollte die alte Kirche St. Regulus ersetzen, deren Turm sich noch heute am Gelände befindet. Es ist die größte Kirche, die in Schottland gebaut wurde. 1378 wurde die Kathedrale teils durch Feuer zerstört, doch wieder augebaut. Heutzutage ist am Ort des einst gröβten Gebäudes Schottlands nur noch eine Ruine zu sehen. Die Steine der zerstörten Kathedrale wurden für den Bau der Stadtmauer sowie für umliegende Häuser verwendet.

Die Universität von St Andrews, 1410 von Bischof Henry Wardlaw gegründet und 1413 erbaut , ist die älteste Universität in Schottland und zählt gemeinsam mit Cambridge und Oxford zu den Eliteuniversitäten Großbritanniens – und somit zu den besten Universitäten im englischsprachigen Raum. 1645-1646 wurde an der St Andrews Universität auch das schottische Parlament einberufen. 1862 war zudem ein Wendepunkt in der Geschichte für diese Universität, als sich der erste weibliche Student einschreiben ließ.

1754 wurde in St Andrews der Royal and Ancient Golf Club of St Andrews als einer der ersten Golfclubs überhaupt gegründet, direkt am Old Course, dem vermutlich bekanntesten Golfplatz der Welt. Beim Old Course werden heutzutage die internationalen Regeln für den Golfsport festgelegt.

 

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