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Unsere Outlander-Reise aus der Sicht von Bonnie Prince Charlie

Anreise und Tag 1

Merket auf! Welch ereignisreicher, jedoch eigenartiger Tag doch gestern war.
Am Sonntag wurde ich zurück nach Schottland geschmuggelt – versteckt in einer Tasche, allerdings glücklicherweise diesmal in meinen eigenen edlen Gewändern. Anschließend habe ich einige treue Untertanen kennen gelernt, die eigens aus Deutschland angereist waren, um mich zu sehen. Am Morgen betraten wir ein eigenartiges eisernes Pferd und ich habe einen Moment lang gezögert, muss ich gestehen. Gezögert natürlich nicht vor Furcht, sondern ausgelöst durch das Gefühl des Unwohlseins, welches sich alsbald in einen Adrenalinschub wandelte, als ich vernahm, dass dieses eiserne Pferd schnelles Vorankommen gewährleistete.

Zuerst besuchte ich Preston Mill – einen Ort, welchen mein treuer Freund James mir für ein Bad empfohlen hatte. Da es jedoch ohnehin schon sehr feucht war, verspürte ich dazu keinerlei Bedürfnis. Zu meiner großen Freude besuchten wir anschließend einen Ort, der erfreuliche Erinnerungen in mir weckte – Prestonpans, wo die Standarte meines Vaters stolz im Wind wehte. Merket auf! Ich fühlte mich erneut siegessicher.
Um die Treue der Jakobiten zu ehren, besuchte ich den Ort, an dem mein loyaler Freund James einst gefangen gehalten wurde – Ardsmuir Gefängnis, jedoch nennen sie es nun Craigmillar Castle. Ich wurde dort mit großem Respekt behandelt und traf nicht nur auf James höchstpersönlich, sondern auch auf weitere Adelige.
Jedoch war ich zu tiefst darüber erstaunt, dass man mich keineswegs im Holyrood House Palace erwartete. Merket auf! Das ist unakzeptabel, weshalb ich beschloss, mich in ein Domizil zurückzuziehen, welches sich Hotel nennt. Und welch prachtvoller Ort es ist! Besonders die Bilder Gallerie fand mein Wohlgefallen.
Merket auf! Ich werde mich nun in meine Keminate zurückziehen und euch bald wieder mit wundersamen Geschichten von meinen Abenteuern im Land meiner Vorväter beglücken.

– Hochachtungsvoll
Charles Edward Stuart

Tag 2

Merket auf! Schottland lässt mein Herz singen. Ich kann die Verbindung meiner Vorväter zu diesem schönen Land richtiggehend fühlen. Und von Vorteil ist es auch,dass mich noch niemand versucht hat gefangen zu nehmen und auch kein Kopfgeld auf mich ausgesetzt zu sein scheint.
Unser eigenwilliges eisernes Pferd brachte uns am Morgen zum Wohnort meines lieben Freundes James: Lallybroch.
David, der nette Herr, welcher unser eisernes Pferd reitet, blieb zurück – wohl um es zu tränken und etwas Heu anzubieten. Meine Wenigkeit schloss sich meinen Deutschen Untertanen und meiner Gastgeberin Lisa an, um die Unterkunft meines Freundes zu erforschen. Zu meinem tiefsten Bedauern war James unauffindbar und somit konnten wir seine willkommene Gastfreundschaft leider nicht in Anspruch nehmen. Der nächste Programmpunkt war Blackness Castle. Mein Herz war mit unendlicher Trauer erfüllt und mit Bedauern, als ich vom grauenvollen Schicksal meines loyalen James erfahren musste, welches ihm innerhalb der kalten Steinmauern des Schlosses widerfahren war.
Merket auf! Wenn ich damals am Thron gesessen hätte – so wie es mein Geburtsrecht verlangt, and wie es der heilige Wille Gottes ist – hätte ich niemals gestattet, dass meinen Untergebenen solch barbarische Gewalt angetan wird. Mit schwerem Herzen kam ich in Linlithgow Palace an. Ich muss gestehen, dass ich entrüstet war in welch schlechtem Zustand sich der Wohnsitz meiner Vorfahren befand.
Merket auf! Wäre ich König von Schottland, so wie es sein sollte, hätte ich niemals diese noblen Gemäuer verlassen, sondern sie neu erbauen und im alten Glanz erstrahlen lassen.
Den Nachmittag verbrachten wir in Culross, wo ich beim Palast einen neuen Freund fand. Merket auf! Schweine geben wahrlich bessere Gefährten ab, als beissende Affen. Der letzte Ort den wir besichtigten war eine alte Begräbnisstätte – West Kirk in Culross.
Ich kann nur erahnen, dass dort noble und tapfere Menschen ihre letzte Ruhe fanden. Mein Freund James hatte mich ausdrücklich gewarnt, dort auf keinen Fall wilden Bärlauch zu essen, jedoch kann ich nicht behaupten den Drang verspürt zu haben Pflanzen direkt vom Boden zu speisen, insbesonders da im Hotel ein Banquet mit diversen Köstlichkeiten auf uns wartete. Ich werde nun meinen leeren Magen füllen und dann mein Haupt auf weiche Polster betten, um mich am Morgen neuen Abenteuern stellen zu können.
Hochachtungsvoll
Charles Edward Stuart

Tag 3

Merket auf! Gestern musste ich mich meinem größten Feind stellen und habe es kaum geschafft, unversehrt zu entkommen. Ich werde euch von dieser traumatischen Begebenheit später mehr berichten. Lasset uns jedoch nun am Morgen beginnen.
Ich war von Freude erfüllt als ich erfuhr, dass unser Tag in Le Havre von Paris beginnen würde. Merket auf! Paris hatte immer schon einen speziellen Platz in meinem Herzen, auch wenn mein lieber Cousin König Louis und ich nicht immer die gleiche Meinung vertraten. Stellt euch also nun meine Enttäuschung und Verwunderung vor, als wir Fuß auf französisches Festland setzten. Eventuell war mein Geist noch etwas benommen von einem oder mehreren Gläschen Whisky, welche meinen Durst gestillt haben während der langen Stunden, die ich im ansehnlichen Etablissement Maison Elise letzte Nacht verbrachte.
Merket auf! Ich habe die steilen Steinwände nicht wieder erkannt, welche die ruhige See umzäunten. Also zog ich mich in unser eisernes Pferd zurück, wobei ich fieberhaft versuchte, das Biest dazu zu bewegen, sich von der Stelle zu begeben, um zur nächten Station zu gelangen. Das Biest wollte jedoch nicht hören. Ich habe das Gefühl, dass David der Magie mächtig ist, denn nur er scheint die Kraft zu besitzen, das eiserne Tier zu kontrollieren. Meine Untertanen nennen ihn Busfahrer. Meine Ohren haben solch seltsames Wort noch nie zuvor vernommen, daher bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es wahrlich ein Ehrentitel sein muss, der stolzem Geblüt entstammt.
Der Aufenthalt bei Aberdour Castle war nicht all zu langwierig, jedoch muss ich meine Verwunderung zum Ausdruck bringen, weshalb man ein Schloss besuchen möchte, welches eindeutig nicht unlang Banditen sowie dem gierigen Schlund heißer Flammen zum Opfer gefallen sein musste, wie der halb verfallene Zustand der Gemäuer unschwer erkennen ließ.
Hopetoun Estate fand danach jedoch mein Wohlgefallen. Dieses Anwesen ist adequat und angemessen für einen König. Ich werde Wort an Sir Adrian Hope senden, um ihm ein Angebot zu unterbreiten, dies Anwesen zu erwerben. So waren jedenfalls meine Pläne, bis ich gezwungen wurde, mich meinem schlimmsten Albtraum zu stellen, der innerhalb der Mauern von Hopetoun House zur Realität wurde. Hier stand ich, genoss die Wunder der Architektur, welche mich umgaben, als ich aus meinem Augenwinkel einen Soldaten wahrnahm, der auf Pferderücken mit erhobenem Schwert auf mich zu ritt. Als ich mich dem Mann stellte, hörte beinahe mein armes, leidgeplagtes Herz zu schlagen auf, denn ich musste mit Entsetzen feststellen, dass es sich nicht um einen tapferen Soldaten handelte, sondern um meinen Erzfeind Prinz August Cumberland. Ich versteckte mich, um dem Land meiner Vorväter den unsagbaren Schmerz ausgelöst durch den Verlust ihres wahren Thronerbens zu ersparen, so wie es die Pflicht eines mitfühlenden Königs ist. Meine Gastgeberin Lisa setzte mich danach in Kenntnis, dass mein Erzfeind wohl nur ein altes Ölgemälde sei. Merket auf! Die Beweggründe eines Menschen, dessen Gehirn voll funktionsfähig ist, sich ein Bildnis von Prinz August Cumberland an die Wand zu hängen und es somit täglich erblicken zu müssen, entziehen sich der Möglichkeit meines Vorstellungsvermögens. Zu meiner Frustration konnte ich meine Fassung nicht durch Entspannung bei Maison Elise wieder gewinnen, denn die Tore des Bordells waren verriegelt und mir wurde der Eintritt somit verwehrt.
Zu meiner unermesslichen Freude besuchten wir anschließend das Jagdschloss meiner Familie in Falkland. Merket auf! Es war wunderbar erkannt und mit dem gebührenden Respekt behandelt zu werden. Nachdem sie meinen Namen vernahmen, gewährten sie mir augenblicklich uneingeschränkten Zutritt zu Haus und Hof.
Meine Begeisterung kannte keine Grenzen, als ich meinen treuen Freund James und seine hübsche Begleitung in der hiesigen Bäckerei antraf. Merket auf! Harte Arbeit Tag ein, Tag aus, sind ein unakzeptables Los für meinen loyalen Freund. Ich werde mich höchstpersönlich dafür einsetzen, dass er eine bessere Anstellung bekommt, passend seiner Herkunft.
Endlich wurde ich bei Doune Castle angemessen behandelt, als mir ein Sitzplatz am Thron angeboten wurde. Allerdings fand ich mich der Sprache nicht mächtig, mein Unwohlgefallen zum Ausdruck zu bringen, nachdem ich zu der Erkenntnis gelangte, dass mein Antlitz eine Packung Kekse zierte. Wie können sie solch Frevel wagen?! Merket auf! Ich – Prinz Charles Edward Louis John Casimir Silvester Severino Maria Stuart, wahrer Thronerbe durch Blut und Gottes Willen – bin nicht amüsiert.
Nachdem der Tag voll Aufregung und Entsetzen war, zog ich mich zurück, bis die ersten Sonnenstrahlen den neuen Morgen ankündigten, und damit neue Geschichten, die erzählt werden wollen.
Hochachtungsvoll eurer sehr im Stolz verletzter
Charles Edward Stuart

Tag 4

Merket auf! Mein emotionales Wohlbefinden scheint wieder hergestellt und ich fühle mich erneut souverän und glücklich.
Es war ein klarer aber kühler Morgen – ideal um einen Spaziergang in den Gärten meines geschätzten Cousins König Louis zu unternehmen. Es schmerzte mich zu erfahren, dass seine Hoheit leider nicht für eine Audienz bereit war.
Merket auf! Ich vernahm Gerüchte, er solle, trotz Anratens meines treuen James, noch immer kein Wohlgefallen gefunden haben, Haferbrei der Vielfalt seiner Frühstückstafel zuzufügen, was seine Unpässlichkeit erleutern würde. Ich ließ meine Gedanken schweifen, zurück zu vergangenen Ereignissen und ein Lächeln formte sich auf meinen wohlgeformten Lippen, als ich daran dachte, wie ich mich erfolgreich in der Krone eines großen Baumes hier am Gelände versteckt hielt, als man mich durch das Land meiner Vorfahren jagde, um mich gefangen zu nehmen.
Stärkung fanden wir in einem kleinen Ort in Perthshire namens Pitlochry, der mein Wohlgefallen fand und wo ich das kulinarische Wunder namens Eiscremewaffel entdeckte.
Schottland zeigte uns danach die verschiedensten extremen Wetterbedingungen, als wir das Highland Folk Museum erkundeten. Extreme Wetterbedingungen sind mir wohl bekannt, denn deswegen hatte mir mein teurer Cousin 1744 jegliche Hilfe versagt, um mein ehrenhaftes Vorhaben zu unterstützen. Aber ich bin durchwegs in der Lage, Hindernisse selber zu beseitigen und war erfolgreich im Unterfangen selbstständig eine Kriegskasse, wenn auch mager, zu stellen.
Merket auf! Ich habe keinen Zweifel, dass mir auch meine deutschen Untertanen behilflich gewesen wären, genügend Gold zu sichern, um nach Schottland zu segeln. Sie hätten die weiße Rose – das Symbol der Jakobiten – mit Stolz und Ehrfurcht getragen. Ich muss gestehen, dass diese Menschen mein Herz erfreuen. Ich verbrachte einen höchst amüsanten Abend in ihrer Mitte. Wein und Bier floss in Strömen und alle Blicke waren auf einen wundersamen Kasten gerichtet, welcher wie von Zauberhand vergangene Bruchstücke meines Lebens zeigte. Sie nannten den Flimmerkasten Fernseher und die Erinnerungen eine Episode von Outlander. Wie dem auch sei, zu meiner großen Freude handelte es sich um Prestonpans, wobei ich erneut das glückselige Gefühl des Sieges verspürte. Merket auf! Einige der Bemerkungen, welche meine deutschen Untertanen über ihren Prinzen verlauten ließen, kann ich wegen meiner guten Kinderstube unmöglich widergeben, aus Furcht sie könnten euren unschuldigen Ohren enormen Schaden zufügen. Ich jedoch habe diese erfrischende Direktheit sehr genossen. Immerhin sind sie doch auch nur Fremde im Land meiner Vorväter und wissen eventuell nicht um die Gepflogenheiten im Umgang mit dem rechtmäßigen Thronerben. So sei es ihnen gnädig verziehen.
Merket auf! Ich wappne mich nun für den morgigen Tag, denn die Tatsache, dass Lisa mir verschweigt, wo uns die Reise hinführen solle, lässt Unheil erahnen und erfüllte mich mit Furcht.

Hochachtungsvoll
Charles Edward Stuart

Tag 5

Merket auf! Euer Prinz musste große Qualen erleiden, denn meine Befürchtungen waren berechtigt. Lisa hatte mich wahrhaftig absichtlich nicht über unsere Reiseziele informiert.
Der Morgen begann friedlich und voller Wonne bei den Steinkreisen und Gräbern der Clava Cairns. Ich entdeckte so manches Versteck, sollte ich jemals wieder in die unglückliche Lage kommen, eines zu benötigen. Aber meine Freiheit und Glückseligkeit war nur von kurzer Dauer, als ich wahrnahm welcher abscheuliche Ort sich ganz in der Nähe befand. Merket auf! Mein Herz erfüllte sich mit Schauder und Frustration und barst schier in meiner Brust entzwei. Meine Beine versagten mir die Dienste, mein Verstand schrie vor Verzweiflung und verlangte nach einem Zufluchtsort. Aber ich blieb stark, denn ich stand in der Schuld all der verlorenen Seelen auf Culloden Moor. So entschied ich mich, ihnen Respekt zu zollen. Merket auf! Dieses vermaledeite Feld hat sich enorm verändert, seit ich zuletzt darauf Fuß gesetzt hatte. Jemand hatte ein hohes Monument erbaut, zu Ehren der Gefallenen. Eine perfekte symbolische Geste, wie ich fand, da das Monument einen großen Steinhaufen repräsentiert. Denjenigen unter euch, denen Bräuche bei Schlachten nicht geläufig sind, möchte ich dieses Ritual näher erläutern: Jeder Soldat bekam einen Stein. Wenn sie in die Schlacht zogen legten sie die Steine auf einen Haufen zusammen. Kamen sie vom Kampf zurück, nahm sich jeder Soldat wieder einen Stein. Die liegengebliebenen zeigten auf, wie viele gefallen waren. Ich war sehr berührt, muss ich gestehen. Merket auf! Ich habe so manche Träne vergossen für die loyalen Männer, die mein ehrenvolles Vorhaben unterstützen und dabei ihr Leben ließen. Ich tat so im Schutz der Einsamkeit, fern ab von boshaften Blicken. Ich musste Stärke bewaren, denn ich war ihr König, ihre Hoffnung.
Merket auf! Verzweiflung übernahm meine Sinne. Daher empfand ich Erleichterung, als das eiserne Pferd zu wiehern begann – das tat es jedesmal, wenn David am magischen Schlüssel drehte – und wir unsere Reise fortsetzten.
Meine Freude und Erleichterung kannten keine Grenzen, als ich in Inverness auf die gute Flora MacDonald traf. Ich klagte ihr mein Leid und, wie schon so oft, unterstützte sie mich, um mich zu fassen und meinen Geist zu leeren. Ich lernte, dass die gute Seele sehnsuchtsvoll auf meine baldige Rückkehr gehofft und nach mir Ausschau gehalten hatte. Ich versprach ihr feierlich, von nun an Wort zu senden, wie es um mein Wohlbefinden steht.
Urqhuart Castle am Loch Ness ward sicher einst eine stolze Burg, bevor sie Plünderei und Pulverfass zum Opfer gefallen war. Man munkelt, Nessie – das Loch Ness Monster – solle unter den Gemäuern von Urqhuart Castle in einer unterirdischen Höhle hausen. Merket auf! Dem ist nicht so, denn ich habe das Monster höchstpersönlich erspäht! Es lebt in einem Raum von Urqhuart Castle, versteckt inmitten von Büchern, Whiskyflaschen, edlen Gewändern und Dingen, die mir sehr suspekt zu sein scheinen. Da ich äußerst belesen bin, wollte ich mich bilden und habe zu diesem Zweck die Bücher in Augenschein genommen. Und da war es plötzlich – das Loch Ness Monster. Merket auf! Ich habe mir keinerlei Furcht anmerken lassen und das Biest schien meine Autorität zu erkennen, denn es wich von dannen, ohne mich mit seinen Klauen und Reisszähnen zu verletzen.
In Beauly besuchten wir anschließend die Priory, wo einer der ältesten Bäume in ganz Schottland festverwurzelt Wache über die Gräber hält. Er steht dort so stolz und souverän, dass selbst ich – der wahre Thronerbe – vor Ehrfurcht erschauderte.
Ich werde euch bald wieder mit Neuigkeiten beglücken.

Hochachtungsvoll und frischen Mutes
Charles Edward Stuart

Tag 6 und Abreise

Merket auf! Alles schöne vergeht und so neigt sich nun auf meine Reise dem Ende zu. Lasset mich mit den Ereignissen des gestrigen Tages beginnen.
Mein Herz hüpfte wie wild in meiner Brust, als ich erkannte, wohin unser Weg führte:
In das wunderschöne Tal von Glenfinnan. Es ward dort gewesen, am Tag des 19. August 1745, als ich die Standarte der Stuarts hisste und auf treue Gefolgsleute hoffte, welche mich in meinem Vorhaben unterstützen würden. Ja, meine Jakobiten, eure Augen trügen euch nicht. Es war der 19. August 1745 – also vor exakt 273 Jahren auf den Tag genau, als mir treue Verbündete folgten. So wie auch ihr mir nun seit Tagen folgt und meine Geschichten mit Freude lest. Mit Stolz darf ich jedem von euch also eine weiße Rose überreichen, in Form einer Rosette, welche eure Kopfbedeckungen zieren soll. Tragt sie mit Stolz, denn es ist eine große Ehre, die ich euch damit zuteil kommen lasse. Es erfreut mein Herz ungemein, euch in den Reihen meiner Verbündeten willkommen heißen zu dürfen.
Merket auf! Wo einst die Stuart Standarte stolz im Wind wehte, steht nun ein hohes Monument, nicht weniger stolz, als ich es damals an genau dieser Stelle gewesen bin. In Glenfinnan besuchte ich außerdem eine sehr interessante Ausstellung über niemanden Geringeren als Euren Prinzen höchstpersönlich. Wie gut es doch tat solch Respekt gezollt zu bekommen.
Bevor ich zurück zu unserem eisernen Pferd schritt, erklomm ich den steilen Pfad zur Aussichtsplattform des Viadukts, um den “Jacobite” Dampfzug bewundern zu können, dessen Namensgebung mich genauso verzückte, wie der Anblick der schwarzen dampfenden Maschine an sich.
Merket auf! Mein Freund David, der Bezwinger des eisernen Pferdes, hat uns am Vorabend noch verlassen. Seinerstatt bezierzt nun Julie das Biest. Ich habe keinerlei Zweifel, dass sie ebenfalls der Magie mächtig ist. Möglicherweise ist sie eine Hexe oder Druidin, eventuell jedoch sogar “La Dame Blanche” – eine weiße Hexe, so wie die Begleitung meines loyalen Freundes James.
Die Freude, welche mein Herz erfüllte, ward getrübt, als ich um das Schicksal des Clans der MacDonalds – einem treuen Clan meiner Gefolgsleute – in Glencoe erfuhr. Merket auf! Ein Stuart König hätte solch Massaker niemals gestattet, und noch weniger den Auftrag dafür erteilt. Selbst der Himmel weinte um die verlorenen Seelen.
Als ich vernahm, unsere Mittagsrast solle bei einem grünen Gummistiefel stattfinden, war ich zutiefst verwirrt. Dieser “Green Welly” entpuppte sich dann als einladende Gaststätte, wo ich meinen Leib erfrischen und stärken konnte.
Das eiserne Pferd sang laut von den “bonnie banks of Loch Lomond”, als wir beim größten Loch Schottlands ankamen, damit meine deutschen Untertanen sich kleine Schatullen vor die Augen halten konnten, durch welche sie den Loch betrachteten. Wahrscheinlich waren es Schutztalismane vor bösen Wassergeistern.
Der Tag hatte so wundervoll begonnen, doch dann wurde euer Prinz aufs Äußerste gekränkt!
Ich, als gottesfürchtiger Mensch, die rechte Hand Gottes auf Erden, wurde doch tatsächlich im eisernen Pferd zurückgelassen, als wir bei der imposanten Kathedrale von Glasgow ankamen. Merket auf! Ich war nicht amüsiert!
Wohl um mein Wohlgefallen wieder zu erlangen, lud man mich ein, dem abendlichen Banquet beizuwohnen, zu welchem, zu meiner Freude, auch Highlander geladen waren. Gemeinsam mit einigen meiner deutschen Untertanen schmiedete ich Pläne für ein vielversprechendes Unterfangen, welches allerdings aus Gründen der Verschwiegenheit – meine Untertanen nannten es Datenschutz – nicht weiter erläutert werden kann, zu diesem Zeitpunkt.
Meine deutschen Freunde – ja, ich habe sie Freunde genannt, denn so empfindet mein Herz für sie – vermissen das Land ihrer Vorväter und begeben sich deshalb auf den Weg nach Hause. Ich werde sie für immer in meinem Herzen tragen und eventuell, wenn sie weiße Rosen sehen – das Symbol der Jakobiten – werden auch sie an mich und unsere gemeinsamen Abenteuer denken.

Hochachtungsvoll und mit Dankbarkeit
Charles Edward Stuart

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