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Die Schlacht bei Bannockburn

Bannockburn

Stirling Castle, eines der wichtigsten Schlösser Schottlands, wurde jahrhundertelang umkämpft und wechselte daher stetig zwischen schottischem und englischem Besitz. Seit 1304 war es wieder in englischen Händen, was den Schotten natürlich überhaupt nicht gefiel. 1314 beschlossen die Schotten also, das schottische Schloss zu belagern. Für die Engländer sah es nicht sonderlich gut aus… Sir Phillip Mowbray wollte Stirling Castle an die Schotten zurückgeben, falls bis Juni kein Ertsatzheer eintreffen sollte, um die Burg von der Belagerung zu befreien. Edward II, König der Engländer, nutze nun seine Chance, die Schotten zu einer Schlacht aufzufordern, nachdem er mit der englischen Adelsoposition Frieden geschlossen hatte.

Viele der Adeligen beteiligten sich allerdings nicht am Kampf und dennoch hatte Edward II ca. 20.000 Mann unter sich, während der schottische König, Robert I (Robert the Bruce) nur ca. 5.000-10.000 Mann zur Verfügung hatte. Robert the Bruce – bekannt durch den König in ‘Braveheart‘ und ‘The Outlaw King‘ – galt als umstrittener König und wurde auch als Thronräuber bezeichnet. Er hatte 1306 um eine Unterredung mit John III, Comyn, Lord of Badenoch, in der Franziskanerkirche in Drumfries gebeten. Was genau geschah, ist nicht bekannt, jedoch endete diese Unterredung in heftigem Streit, wobei Robert den Lord – wahrscheinlich im Affekt – niederdolchte und floh. Sein Begleiter Roger de Kirkpatrick fand Comyn noch lebend, aber ermordete ihn. Er soll dann zu Robert the Bruce gesagt haben: „Du zweifelst, aber ich gehe auf Nummer sicher!“ Dies ist bis heute der Leitspruch der Kirkpatricks. Da der Mord auf heiligem Boden geschah, handelte sich der gesetzlose König (engl. ‘Outlaw King’) einen Kirchenbann vom Papst ein. Robert the Bruce hatte aber Anspruch auf den Thron und wurde somit 1308 zum König Schottlands gekrönt.

Am 23. Juni 1314 trafen die beiden Heere bei Bannockburn aufeinander. Die Schlacht fand in einem nur wenigen Kilometer breiten Gelänge zwischen den Flüssen Bannockburn und Forth statt und dauerte 2 Tage. Durch die Niederlage am 1. Tag waren die Engländer demoralisiert und schliefen – aus Angst vor einem Nachtangriff der Schotten – mit Waffen in den Armen. Angst hätten sie aber eher aus ihren eigenen Reihen fürchten sollen, denn ein schottischer Überläufer, der in englischen Reihen gekämpft hatte, machte sich auf den Weg ins schottische Lager, um Robert the Bruce von den Unsicherheiten zu erzählen. Dies gab den Schotten neue Hoffnung.

Auf der englischen Seite wurde mittlerweile diskutiert, ob man denn die Schlacht nicht 1 Tag ruhen lassen sollte, damit sich die Soldaten erholen konnten. Jüngere Befehlshaber sahen das als Feigheit an und sprachen dagegen. Auch König Edward II war dieser Meinung und befahl den Angriff am 24. Juni. Zwar kämpfte er tapfer, war aber ein unfähiger Feldherr. Die erste englische Kavallerieattacke war ungeordnet und verlustreich. Die Schotten kämpften nach dem Vorbild der Flamen und die dicht geschlossenen, schottischen Schiltrons konnten von den Engländern nicht besiegt werden, während die schottischen Speerwerfer die englischen Pferde angriffen und töteten. Dies führte zu einer der schlimmsten Niederlagen der englischen Armee in der Geschichte.

Der schottische Sieg brachte aber weder innenpolitisch noch außenpolitisch für Robert the Bruce den Durchbruch. König Eduard II. erkannte ihn weiterhin nicht als schottischen König an. Erst unter König Eduard III. wurde 1328 – im Abkommen von Edinburgh und Northampton – Robert the Bruce als König anerkannt und die Grenze zu Schottland erstmals definiert.

Bannockburn Schlachtfeld bei Stirling

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